Peter Saubert Ingenieurbüro und Unternehmensberatung
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Archiv Elektromobil

Vielen Dank nocheinmal allen, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben. Ich werde aber dieses Projekt einstellen. Der Grund ist, dass ich zu spät dran bin. Ich bin bei der Arbeit an einem  Projekt zur Änderung der Verhaltensgewohnheiten durch die Elektromobilität zu die Ergebnis gekommen bin.

 

Die Projektdauer für diese Projekt würde mindestens 2 Jahre umfassen. Dann wird sich das Thema Reichweite aber schon aus einem banalen Grund aufgelöst haben. In etwa 2-3 Jahren wird die Reichweite schon deshalb nicht mehr der Hemmschuh sein, weil Elektrofahrzeuge bis dahin die preiswerte Alternative zu konventionellen Fahrzeugen sein werden.

Zu dem ersten Aufruf für das Projekt "Elektromobilität nach der Continental-Mobilitätsstudie-Studie 2015" habe sehr viele Rückmeldungen bekommen. Diese muss ich aufarbeiten, sobald ich hierzu komme. Dafür fehlt mir aber momentan die Zeit. Das tut mir leid und ich bitte alle Interessenten und möglichen Partner um Verständnis.

Elektromobilität nach der Continental-Mobilitätsstudie-Studie 2015

Quelle: Continental-Mobilitätsstudie 2015, 29. Januar 2015, © Continental AG, www.continental-mobilitaetsstudie.de

Rahmenbedingungen

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität mit einem Fahrzeugbestand von 1 Millionen Elektrofahrzeugen in Deutschland zu machen (Quelle: www.bundesregierung.de).

 

Dem Ziel der Bundesregierung stehen die Ergebnisse der Continental-Mobilitätsstudie-Studie 2015 gegenüber. Die Studie wurde in einigen Medien als Abgesang auf die Elektromobilität gefeiert.

Die wesentlichen Ergebnisse der Conti-Befragung sind:

  • Autofahren
    • ist komfortabel
    • macht Spaß
    • ist vernünftig
    • ist angenehm
  • Das Wichtigste am Autofahren ist die persönliche Freiheit. Das wird in der Aussage zugespitzt, dass ich mit dem Auto überall hinfahren können muss, wo ich will.

Interessant ist vor allem die zweite Aussage. Sie erscheint auf den ersten Blick zunächst als das Anti-Elektromobilitätsargument. So ist es aber nicht. Es ist nur der Wunsch, ggf. auf einen Range-Extender zurück greifen zu können.

 

Viel interessanter sind die Aussagen der Befragten über Elektrofahrzeuge. Nach Einschätzung der Befragten gilt

Aussage ja nein
Elektroautos sind umweltfreundlich 72 % 28%
Elektroautos sind vernünftig 67% 33%
Elektroautos bereiten Fahrspaß 26% 74%
Elektroautos sehen gut aus 26% 74%
Elektroautos sind sportlich 23% 77%

Das Elektroautos als vernünftig und umweltfreundlich wahrgenommen werden, ist nichts Neues. Interessant ist, dass mit den Elektroautos keine Emotionen wie Fahrspaß, Sportlichkeit und gutes Aussehen verbunden wird. Das Triebwerk und das Fahrwerk sind der Schlüssel für Sportlichkeit. Gerade hier haben Elektrofahrzeuge doch große Vorteile. Und optisch sind ein SLS oder ein i8 nicht wirklich unemotional. Haben wir es hier nur mit Vorwänden zu tun?

Die Angst vor der fehlenden Freiheit

Ich denke, dass man tatsächlich fast alle Argumente gegen Elektrofahrzeuge vom Tisch wischen kann. Dies wird auch darin deutlich, dass die passive Haltung gegenüber Elektrofahrzeugen zunimmt. Das ist die eigentliche Erkenntnis. Elektrofahrzeuge werden damit zur normalen Alternative für den Käufer. Ich kann die Alternative auch wählen, ohne dafür in ein Raster zu fallen.

 

Das eigentliche Problem für die Käufer ist aber, die Angst vor der fehlenden Reichweite. Ich kann mit einem Elektrofahrzeug nicht, wann ich will, so weit fahren, wie ich will. Die Freiheit ist aber das höchste Gut unserer Gesellschaft.

 

Soll Deutschland tatsächlich Leitmarkt für die Elektromobilität werden oder sollen sich Elektrofahrzeuge weltweit besser verkaufen, muss den Menschen die Angst vor dem Freiheitsverlust genommen werden. Es gibt nichts Schlimmeres für den Autofahrer, als ohne Kraftstoff in der Einsamkeit liegen zu bleiben. Bei einem reinen Elektrofahrzeug gibt es ja nicht einmal den Fußmarsch mit Kanister als Lösungsoption.

Wie kann dem Autofahrer die Angst vor dem Freiheitsverlust genommen werden?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein Blick auf die Entwicklung im Mobilfunkmarkt. 2007 wurde das iPhone als neues Produkt vorgestellt. Das iPhone hat seine Nutzer und ihr Verhalten verändert. Vor der Vorstellung war das primäre Kriterium für den Kauf eines Telefons die Akkulaufzeit. Der Beste war, wer am längsten in Stand by oder beim Telefonieren durchgehalten hat. Das neue Produkt iPhone wurde belächelt, weil es nur einen Tag durchhielt. Wenn man damit spielte, war das Gerät auch schon nach einer Stunde am Ende der Batterielaufzeit.

 

Wir alle wissen, die Smartphones haben sich durchgesetzt. Die Betriebszeit wird zwar heute wieder verglichen. Sie spielte aber lange Zeit für die Masse der Kunden keine Rolle. Die Kunden haben ihr Nutzungsverhalten einfach angepasst und sich zusätzliche Lademöglichkeiten geschaffen. Damit war das Problem erledigt.

 

Was kann man jetzt aus dieser Entwicklung für das Fahrzeug lernen? Sicher ist zunächst eins: Elektrofahrzeuge werden ihre Nutzer und ihr Verhalten verändern. Man nutzt ggf. zusätzliche Lademöglichkeiten oder stellt fest, dass die Reichweite immer größer ist als die, die man braucht. Im schlimmsten Fall hat man einen Range Extender, mit dem man fahren kann, wann immer man will, wohin man will.

 

Die Reichweite ist also nicht wirklich das Kriterium. Das Problem ist Angst. Diese Erwartungsangst kann man nur mit einfachem Lernen durch Konfrontation beseitigen. Der Menschen muss erfahren, dass es ja gar nicht so schlimm ist. Wie kann das bewerkstelligt werden?

Gegen die Erwartungsangst vor Freiheitsverlust

Es ist klar, dass wir gegen die Angst vorgehen müssen, um Elektrofahrzeuge der Masse der Autofahrer zu erschließen. Ich glaube, dass dies einfach möglich ist. Die Lösung ist, dass fast jeder potentielle Elektrofahrzeugnutzer auch ein Smartphone Nutzer ist. Smartphones verfügen über die Sensorik, die notwendig ist, das vollständige Mobilitätsverhalten von dem Besitzer aufzuzeichnen. Damit können Daten erzeugt werden, mittels denen der Einzelne eine abschließende Beratung erhalten kann, ob und welche Elektrofahrzeuge er nutzen kann.

 

Um den Einzelnen beraten zu können, werden große Mengen an Daten über das Mobilitätsverhalten benötigt. Die Erfahrungen der Masse können dann auf den Einzelnen übertragen werden. Dazu ist es notwendig diese Daten auf einen Server zu übertragen. Auf dem Server werden die notwendigen Analysen durchgeführt. Der Nutzer kann von hier seine Auswertungen mit einsehen oder auch mit bei der Datenanalyse helfen.

 

Natürlich handelt es sich hierbei um vertrauliche Daten. Wir wissen, dass Menschen für den guten Zweck ihre Daten durchaus teilen. Wir wissen aber auch, dass viele Menschen Angst vor Datenmissbrauch durch Konzerne oder Regierungen haben. Damit kommt für so ein Projekt nur eine unabhängige Organisation in Frage.

Der Plan

Da wir wissen, was getan werden muss, fehlt jetzt noch das Wie. Der Plan ist:

  1. Gründung einer Firma.
    1. Der Geschäftszweck ist die „Förderung der Elektromobilität und Abbau der Angst vor dem Freiheitsverlust des Fahrzeugnutzers durch zu geringe Reichweite von Elektrofahrzeugen“.
    2. Die Dauer dieser Firma wird von vorne herein als auf 5 Jahre befristet. Eine Änderung durch Beschluss der Anteilseigner ist möglich.
  2. Beschaffung von hinreichend Kapital durch eine Crowdfunding-Aktion. Dabei wird von vorne herein klar kommuniziert, dass es sich um keine Kapitalanlage sondern ein Sponsoring ohne direkte Gegenleistung handelt. Ich halte es aber für möglich, dass sich aus diesem Konzept ein kommerzieller Rahmen entwickelt, der eine langfristige stabile Entwicklung der Firma ermöglicht.
  3. Konzeption einer Erfassungsapp und eines Web-Portals.
  4. Entwicklung der App und der Web-Portals.
  5. Betrieb und kontinuierliche Weiterentwicklung

Was ist der Nutzen der Entwicklung für den Anwender?

Der Nutzen für den Anwender der App bzw. des Web-Portals ist das Verstehen der eigenen Mobilitätsbedürfnisse. Das Ergebnis der Anstrengungen sollte eine klare Empfehlung für einen Kauf oder ein Carsharing oder ähnliches sein. In jedem Fall muss den Nutzern von einem Elektrofahrzeug abgeraten werden, für die ein Elektrofahrzeug keinen Sinn macht.

Wer muss helfen?

Das Projekt kostet viel Geld. Es handelt sich nicht nur um das schnelle Basteln einer App. Die App und das Portal entstehen in mehreren Schritten. Die Daten müssen immer wieder analysiert werden. Aus den Analysen sind weiter Verbesserungen abzuleiten.

 

Ich brauche drei Gruppen von Menschen, die mithelfen müssen:

  1. Geld-Spendenwillige, die die Finanzierung ermöglichen.
  2. Zeit-Spendenwillige, die mit ihrer Unterstützung die Datenqualität, Auswertequalität und die Softwarequalität verbessern.
  3. Pubilcity-Spendewillig, die das Projekt bekannt machen, denn wir sollten auf Marketingbudgets verzichten.

Wieviel Geld wird benötigt?

Das kann ich im Moment noch nicht sagen. Wenn ich das Gefühl habe, ich werde hinreichend unterstützt, werde ich das ausrechnen. Für den Start der Crowdfunding-Aktion sind Zahlen so wie so notwendig.

Was müssen Sie jetzt tun um mir zu helfen?

Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Mit Aufwand: Schreiben Sie mir direkt ihren geplanten Beitrag. Die Mail-Adresse ist info@Peter-Saubert.net.
  2. Ohne Aufwand: Machen Sie diese Aktion bekannt, indem sie dies und ihre Zustimmung teilen. Mein Twitter-Account ist @petersaubert.

 

Unten gibt es für begrenzte Zeit eine kleine Befragung. Bitte nehmen Sie daran teil.

 

Danke.

Die Befragung ist beendet.

Hier einige Ergänzungen aus der Diskussion unter Google+

 

Anmerkung: Sie sprechen davon, dass die Dauer dieser Firma von vorne herein auf 5 Jahre befristet ist. Gleichzeitig glauben Sie an "eine langfristige stabile Entwicklung der Firma".

 

Erläuterung: Ich will nichts machen, was hinterher eine Endlosschleife wird. Deshalb die Begrenzung auf 5 Jahre. In 5 Jahren ist der Durchbruch der Elektromobilität geschafft oder zumindest sind die Widerstände dahin. Mit einem Konzept zur Nachhaltigen Mobilitätsförderung wären aber schon langfrisitiger Konzepte denkbar. Das muss sich aber entwickeln. Dazu sollen dann die Geldgeber aktiv ja sagen.

 

 

Anmerkung: Wenn die Technik der Elektroautos im Bereich der Reichweite und der Ladezeiten mit einem herkömmlichen Fahrzeug vergleichbar sind, erschließt sich das Ziel nicht. Und wenn es Ladestationen in ähnlicher Anzahl wie Tankstellen gibt und die Fahrzeuge vergleichbar teuer sind, dann ist der Anreiz für den Konsumenten geschaffen.

 

Erläuterung: Sie unterstellen in Ihrer Ausführung, dass die Technik der Elektroautos im Bereich der Reichweite und der Ladezeiten mit einem herkömmlichen Fahrzeug vergleichbar wird. Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass es auf absehbare Zeit Anwendungen geben wird, wo ein Verbrennungsmotor Sinn machen kann. Ich glaube aber auch, dass die aller meisten Menschen keinen Verbrenner brauchen werden. Ziel des Projektes ist es, diesen Menschen ein Werkzeug zu geben, dass ihnen sagt, du brauchst keinen Verbrenner. Der Elektro macht es auch. Dazu muss man sich die Mobilitätsanforderungen jedes Einzelnen ansehen. Diese sind primäre Einzelreichweiten und Zwischenlademöglichkeiten.

 

 

Anmerkung: Die Nutznießer des Projekts sind doch nur Politik und Autohersteller.

 

Erläuterung: Ja, die Politik ist primärer Nutznießer. Warum ist das wichtig? Es gibt eine klare Aussage der Politik, die sagt, wir wollen. Jetzt freut sich jeder, über das Scheitern. Das ist nicht gut, weil das Scheitern wäre das Scheitern einer Leitidee. Darunter leidet alles, was sich in zukunft mit Nachhaltigkeit auseinander setzen will.


Wo der Nutzen für die Automobilindustrie liegt, kann ich allerdings nicht erkennen.

 

 

Anmerkung: Aber wie will man den Kunden begeistern? Der Kunde bestimmt den Markt. Wie wollen Sie den SUV-Fahrer in einen i3 bringen?

 

Erläuterung: Ihre Anmerkungen über die Begeisterung kann ich nachvollziehen. Man kann sich die Frage zum SUV wirklich stellen. Allerdings fahre ich lieber mit dem i3. Das ist das coolere Auto. Grundsätzlich glaube ich, die PS-Aufrüstung wird weiter gehen. Wie sollen den die Autokonzerne sonst emotionale Bindungen schaffen. Da gibt es im Moment keinen, der dafür ein Konzept hat.

Aber wenn Sie sich gerade den i8 und den SLS ansehen, sind das Autos, die Sportlichkeit definieren. Tesla schwimmt da auch gerade mit. Ich denke der Weg ist richtig, weil mit Umweltschutz lockt man niemanden in ein Elekroauto. Mit Spaß schon. Und einen SUV mit Elektro-Antrieb gibt es auch.

 

 

Anmerkung: Letztendlich sehe ich in Ihrem Projekt das Ergebnis, dass sich (wie in anderen Studien auch) mindestens 80% der Fahrten mit den bereits vorhandenen E-Fahrzeugen bewältigen lassen. Für die restlichen 20% muss man sich allerdings bemühen - das will kaum jemand. Zumindest nicht zu diesem Preis.

 

Erläuterung: Alles richtig, was Sie sagen. Mir geht es aber nicht um die neue Erkenntnis, sondern um die persönliche Erfahrung des Einzelnen. Offensichtlich auch ein Punkt, den ich nicht richtig ausgeführt habe. Danke für den Hinweis.

 

Also vielleicht hier noch einmal die Grundidee, die sich nicht an Menschen richtet, die ihre Mobilitätsbedürfnisse kennt und auch nicht an Menschen richtet, die unbedingt ein bestimmtes Auto haben wollen. Durch die Aufzeichnung der eigenen Mobilitätsanforderungen wird es möglich zu sagen, der eine konkrete Nutzer hätte mit einem Elektrofahrzeug nie ein Problem bekommen. Dann liegt die Entscheidung nahe, dass man sich pro Elektro entscheidet. Das muss gefördert werden. Das heißt aber nicht, dass sich jeder auch für ein Elektrofahrzeug entscheidet. Sinnvoll ist ja auch, wenn man Ihnen empfiehlt, einen Carsharinganbieter zu nutzen. Selbst wenn der keine Elektrofahrzeuge hat, ist das immer noch nachhaltiger und damit besser.

 

Anmerkung: Sie haben richtig erkannt, dass die Reichweite der große Knackpunkt ist, nicht zu vergessen: neben dem Preis. Ich werde aber die Mehrheit der Autokäufer nicht überzeugen können, dass die heutigen Reichweiten 98% der Anforderungen abdecken.
Weil die restlichen 2% die emotional wichtigsten Fahrten sind !!!
Nämlich 2 mal im Jahr die Omma in Recklinghausen übers Wochenende besuchen (500km eine Richtung) und den großen Sommerurlaub in den Süden (1500 km eine Richtung). Die Beispiele können beliebig ersetzt werden, aber auf diesen Strecken versagen die heutigen eAutos. Weil selbst mit ausreichend Schnellladesäulen der Zeitbedarf für die Fahrten um mindestens 50% steigt. Damit reicht das Wochenende nicht mehr für den Besuch der Omma, jedenfalls nicht, wenn ich nach einem Frühstück zu bürgerlichen Zeiten starte. Und für die Urlaubsfahrt müssen (weitere?) Übernachtungen eingeplant werden, wertvolle Urlaubstage gehen für An- und Rückreise drauf.
Wenn wir die aktuell hohen Preise in Betracht ziehen, dann dauert es bis 2020, bis die Reichweite sich bei heutigen Preisen verdoppelt und bis 2025, bis die Preise bei doppelter Reichweite auf Normalmaß herunter sind. Ihr Projekt in allen Ehren, aber vorher wird die Masse der Autokäufer nicht zu überzeugen sein. Zufälligerweise ergibt sich durch die geplanten Emissionsgesetze der EU (2025 <75g CO2/km), dass ein Fahrzeug der Größenordnung Passat / C-Klasse nicht mehr um einen teuren Hybridantrieb herumkommt. Bis dahin bleibt uns nur, von den Freuden des eFahrers zu berichten, damit sich per "Mund-zu-Mund" Propaganda die Vorteile in den Köpfen ausbreiten und das Feld gepflügt ist, sobald Kosten und Reichweite einigermaßen stimmen.

 

Antwort: Wir versuchen hier eine Revolution. Man sollte sich vielleicht einmal die Frage stellen, wo sollen dann die ganzen Elektroautos gebaut werden, wenn alle morgen ein Elektrofahrzeug haben wollen. Das wird nicht gehen. D.h. aber, dass es ein sukzessiver Prozess ist.

 

Die Oma in 800km Entfernung (bei mir ist es mehr) mache ich nicht mit einem Elektrofahrzeug mit 100 bis 160km Reichweite. Da helfen auch keine Schnelladestationen unterwegs. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird durch die Standzeiten bestimmt. Also das Argument vergessen wir einfach.


Was ist aber mit den Millionen von Haushalten in Deutschland, die zwei Fahrzeuge haben? In der Regel ist es doch so, dass es einen Kleinwagen für den Nahverkehr und ein Reisefahrzeug vorhanden ist. Warum kaufen diese Kunden keine Elektrofahrzeuge. Hier wird gerne argumentiert, dass der Preis zu hoch ist.


Ist der Preis wirklich zu hoch? Bei den Haushalten mit mindestens zwei Fahrzeugen im Haushalt spielt bei einem großen Teil der Preis gar keine Rolle. Wenn ich mir einen Mini oder eine AMG-A-Klasse kaufe, dann ist der i3 eigentlich billig. Wir sprechen wieder nicht über alle möglichen Käufer. Es ist eine Randgruppe von vielleicht 1.ooo.ooo Kunden, für die das problemlos machbar ist. Hinzu kommen für diese Randgruppe andere Vorteile:
- Nutzung Busspur
- keine Fahrbeschränkungen
- kostenloses Parken in der Innenstadt
- Sonderparkplätze in exponierten Lagen
- keine Sorge, was den an der Tankstelle für Kraftstoff getankt werden muss. Stecker passt oder nicht. Selbst ist die Frau!
Das ist doch was.


Jetzt meine Frage: Warum kaufen diese paar Kunden kein Elektrofahrzeug? Weil sie durch die Reichweitendiskussion verunsichert werden. Es ist eine Erwartungsangst. Ich habe das jetzt mehrfach beobachtet.

 

Übrigens die Preise werden mittelfristig in den Keller gehen. Warum? Ohne Hybridisierung wird ab dem D-Segment nichts mehr laufen. Damit greifen die Skalierungs- bzw. Industriealisierungseffekte. Das ist aber langfristig. Darauf muss man nicht warten.

 

Also aus meiner Sicht das Ganze noch einmal zusammengefasst:
- Wir müssen nicht heute alle bekehren. Es reicht, wenn sich die bewegen, bei denen es sich anbietet.
- Der Preis ist bei einigen ein Argument. Bei denen, auf die wir uns fokussieren müssen, ist es kein Kriterium.

 

Der Wandel wird nicht von allen im gleichen Augenblick vollzogen.

 

Anmerkung zur Diskussion über die CO2-Emissionen:

Ich denke, die Fokussierung auf die CO2-Diskussion ist ein Grund, warum die Problemstellung Nachhaltigkeit bei den Menschen nicht ankommt. Das kann kein normaler Mensch verstehen. Versuchen Sie einmal einem Abiturienten zu erklären, dass die Unordnung die durch die Elektronenverschiebung in CO2- oder H4C-Molekühl entsteht eine Erwärmung zur Folge hat. Das wird nachgeplappert, weil es opportun ist. Handlungen lassen sich aus der opportunen Haltung nicht ableiten.

 

Reduziert man die Nachhaltigkeitsproblematik auf Vogelsterben und verendende Braunbären, kommt es bei den Menschen an. Die, meiner Meinung nach, einzig wirklich sinnvolle Diskussion sollte um Bilder gehen, die der Mensch versteht. Tod durch Öl. Das passiert bei elektrischem Strom nicht. Wobei dies natürlich andere Probleme mit sich bringt. Aber auch die sieht man nicht.

 

Liste bedeutender Ölunfälle

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