Peter Saubert Ingenieurbüro und Unternehmensberatung
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Anmerkungen zum Thema Feinstaub

Diese Seiten sind für Sie. Hier schreibe ich über die Dinge, die ich für interessant und besprechenswert halte. Gerne aber nehme ich auch Stellung zu den Themen, die Sie interessieren. Nehmen Sie Kontakt zu mir z.B. über das Kontaktformular auf. Ich werde hier auch noch eine anonyme Kontaktmöglichkeit schaffen.

Schädigung der Gesundheit durch Feinstaub

März 2016: Die Stuttgarter Zeitung organisiert regelmäßig Veranstaltungen unter dem Titel "Leser-Uni". Auf Grund der Diskussionen zum Thema Feinstaub gab es einen interessanten Vortrag von Josef Cyrys. Thema war die Gesundheitsschädlichkeit von Feinstaub. Der Vortrag ist wirklich interessant und sehenswert, auch wenn die Video-Qualität für ein professionelles Medium, wie die Stuttgarter Zeitung katastrophal ist. Wem es nicht sofort auffällt, folgende Anmerkungen:

  • Im Vortrag wird von NOx und Feinstaub immer so gesprochen, als wäre es das Gleiche. Das ist es natürlich nicht.
  • Es wird ein Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und dem "VW-Skandal" hergestellt. Im "VW-Skandal" geht es nach meinem heutigen Kenntnisstand ausschließlich um NOx. Ich gehe nicht davon aus, dass der Referent andere Informationen hat.

 

Interessant ist die Frage: Sind alle Partikel gleich gefährlich? Diese Frage bleibt mangels Informationen offen.

 

Interessant ist auch die Feststellung, dass in Ländern mit großen Heizleistungen der Haushalte und schlechten Verbrennnungen in den Verbrennungsmotoren, die Luftqualität hinsichtlich Feinstaub besser ist, als in Ländern, in denen weniger geheizt wird und in denen die Verbrennung auf Grund der Außentemperaturen besser abläuft. Dies stützt die These des Bundesumweltamtes, dass der überwiegende Teil der Feinstaubbelastung aus mineralischen Quellen wie Schüttgutumschlag und Baustellendreck kommt. Die Konsequenz ist eben, ein Fahrverbot reduziert die Feinstaubbelastung nicht. In Stuttgart bedarf es des Einsatzes von Straßenkehrmaschinen und des Baustopps bei Feinstaubalarm.

 

Hier geht es zum Vortrag.

Animation des Bundesumweltministeriums

März 2016: Bundesweit ist der Schüttgutumschlag eine doppelt so große Feinstaubemissionsquelle wie der Straßenverkehr. In Stuttgart wird es anders sein. Da spielt der Straßenverkehr eine untergeordnete Rolle.

Feinstaub: Aktuelle Desinformation

Februar 2016: In der Stuttgarter Zeitung und im Verkehrsministerium in Stuttgart versucht man weiterhin zum Thema Feinstaub zu desinformieren. Interessant sind aber auch die Zahlen, die jetzt zum Feinstaubalarm nach und nach kommen. Während in der Zeit des Feinstaubalarms von nur 3% weniger Fahrten berichtet wurde, waren es jetzt über 5% weniger Fahrten auf den Hauptverkehrsstraßen. Auf den Nebentrassen war die Verkehrsbelastung wahrscheinlich noch deutlich geringer. Die Menschen in Stuttgart haben offensichtlich schon reagiert. Hauptkritikpunkt waren wohl die öffentlichen Verkehrsmittel, was sicher auch auf den Bombenfund in Stuttgart und die Einstellung des Betriebs aller S-Bahnlinie zurück zu führen war. Ein Sachverhalt, den man als Verkehrsminister, der seine Mobilitätsgewohnheiten auf Grund seines Amtes nicht ändern muss, nicht realisiert.

 

Heute rechnet die Stuttgarter Zeitung vor, dass nach Abzug der Pauschale für Streusalz ja der Grenzwert an einem Tag nach unten korrigiert werden konnte. Das ist Augenwischerei! Es geht nicht um pauschale Korrekturen, es geht um die Feinstaubbelastung. Die ist zu hoch, selbst wenn man diese mit Tricks nach unten korrigiert.

 

Die Feinstaubbelastung ist immer in Konglomerat aus unterschiedlichsten Stäuben unterschiedlichster Herkunft (wikipedia.de). In Stuttgart stammt der Feinstaub wahrscheinlich zu 80 bis 90% von unseren Baustellen. Dieser Dreck liegt auf den Straßen und wird von den Autos aufgewirbelt. Die Zeiten von "Let's putz" sind in Stuttgart lange vorbei. Damit ist aber nicht das Auto Verursacher. Aus dem Verkehr kommt dann immer noch ein bisschen hinzu. Dann wird gegen Autos gewettert, was aber die Situation nicht verbessert. 

 

Warum wird das Baustellenproblem nicht angegangen? Das hat zum einen seinen Grund in der Ideologie der Regierenden. Es hat seinen Grund aber auch in dem fehlenden Wissen zu dem Thema und vielleicht auch die fehlenden ordnungspolitischen Möglichkeiten. Das kann aber aus Sicht der Stuttgarter keine Lösung sein. Eine bürgerorientierte Politik würde sich des Themas annehmen, das Wissen beschaffen lassen und die ordnungspolitischen Möglichkeiten einfordern. Eine nicht ideologisch belastete Presse würde von der Politik genau das fordern und nicht das Sprachrohr von Ideologen sein. Es bleibt aber bei ideologischen Parolen ohne intelektuellen Tiefgang.

Und wieder Feinstaub in Stuttgart

Januar 2016, In Stuttgart wird Feinstaubarlarm gespielt. Die Autofahrer werden aufgefordert, auf das Auto zu verzichten. Es gibt heiße Diskussionen darüber, ob man auf das Auto wirklich verzichten kann und dass viele Menschen das eben nicht können. Das sind sicher Ausreden, Vorwände und unreflektierte Reaktionen. Natürlich könnten die allermeisten auf den  Betrieb Ihres Fahrzeuges im Stuttgarter Talkessel für 2 bis 3 Tage völlig verzichten. Doch diese Diskussion geht wieder einmal völlig am Thema vorbei.

 

Worum geht es denn eigentlich? Da gibt es die Aussage, es geht um die Reduzierung der Feinstaubbelastung. Die FDP mutmaßt es geht um Wahlkampf. Argumente kommen aber da auch nicht. Ich glaube auch nicht, dass es um Wahlkampf geht. Es geht um Ideologie. Das Auto ist schuld. Damit ist die Diskussion abgeschlossen.

 

Bei mir geht es nicht um Ideologie. Bei mir geht es um die Fakten. Was sind denn Fakten? Ein unumstößlicher Fakt ist, dass die Feinstaubbelastung in Stuttgart Rekordwerte erreicht. Parallel dazu ist der Fahrzeugverkehr zurück gegangen. Nicht viel! Aber immerhin 3%. Würde es jetzt eine Kausalkette von Fahrzeugaufkommen und Feinstaubbelastung geben, wäre diese Meldung ein Gegenbeweis. Diesen Zusammenhang gibt es aber leider nicht. Der Schluss, dass nur weil das Fahrzeugaufkommen zurück geht, die Feinstaubbelastung zurück gehen muss, ist falsch.

 

Also welche Fakten gibt es weiter? In den letzten Tagen gab es Schneefälle und es wurde massiv Salz gestreut. Das bedeutet, es liegt jetzt, wo es trocken ist, viel Salz auf der Straße. Dieser ist sicher recht feinkörnig. Das könnte schon einmal etwas mit der Feinstaubbelastung zu tun haben.

 

Auch sollen wir nicht den Baufortschritt unsere Bahnhofsprojektes vergessen. Ich mutmaße, dass dies die größte Feinstaubquelle in Stuttgart ist. Tatsache ist und bleibt, es gibt keinerlei nachgewiesene Korrelation zwischen Feinstaubbelastung und Verkehrsaufkommen. Sollte jemand eine seriöse Untersuchung dazu kennen, wäre ich dankbar, wenn ich Zugang zu dieser Untersuchung bekäme.

 

Was muss jetzt aber eigentlich getan werden? Wenn es einen politischen Willen gäbe, etwas aktiv gegen Feinstaub zu tun, ist der erste Schritt, die Analyse der Herkunft. Dazu ist der Feinstaub auf chemische Zusammensetzung zu analysieren. Kommt der Feinstaub vom Streusalz, werde ich Streusalz in der chemischen Analyse finden. Stammt er von Stuttgart 21, findet man die geologischen Materialien und Baustoffe. Um mit dem Auto- oder Schienenverkehr zu korrelieren, müsste die chemische Analyse Bremsenstahl, Reifengummi, Verbrennungsruß, etc. finden. Beim Verbrennungsruß ist darauf zu achten, dass dieser aus Öl entstanden sein muss. Verbrennungsruß entsteht ja auch bei der Verbrennung von Kohle oder Holz.

 

Fazit: Gäbe es einen politischen Willen, etwas gegen den Feinstaub zu unternehmen, wäre von Seiten der Komune schon seit geraumer Zeit etwas unternommen worden, die Ursachen zu analysieren und an der Quelle der Entstehung von Feinstaub anzusetzen. Darum geht es aber nicht. Es geht um Ideologie und wir Stuttgarter werden deshalb mindestens noch bis zur Wahl mit dem Problem der hohen Feinstaubbelastung leben müssen.

 

Hier gibt es übrigens die Daten des Bundesumweltamtes: http://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/aktuelle-luftdaten

Lösungsansätze für die Reduzierung der Feinstaubbelastung in Stuttgart

Stuttgart hat auf Grund einer hohen Verkehrs- und Baubelastung verbunden mit seiner Kessellage große Probleme mit der Einhaltung der Feinstaubgrenzwerte. Ein wichtiges Anliegen der Stadtverwaltung ist aus diesem Grund die Reduzierung der hohen Belastung. Ich habe mögliche Maßnahmen aufgezeigt, die eine nachhaltige Reduzierung der Feinstaubbelastung bewirken könnte. Diesen Ansatz habe ich dem Obermeister Fritz Kuhn in einem offenen Brief zugesandt.

 

Die Unterlagen finden sie unter Downloads.

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