Corona elektrisierte und polarisierte die Welt. Die meisten Unternehmen litten und wenige profitierten von der Krise. Viele Politiker waren angstgetrieben und versuchten verzweifelt gutes Krisenmanagement zu zeigen.

‼️ Plötzlich wurden Pflegekräfte und Krankenhauspersonal systemrelevant. Eine Vorstellung, die Anfang 2020 noch absurd erschien.

‼️ Die Automobilindustrie wurde im Frühjahr 2020 aufgefordert Beatmungsgeräte zu entwickeln. Eine Vorstellung die Anfang 2020 und auch Mitte 2020 wieder absurd erschien. Das war Kriegswirtschaft mitten in Friedenszeiten. Der US-Präsident arbeitete sogar mit Gesetzen, die für die Kriegswirtschaft in Kriegszeiten gemacht wurden.

‼️ Die großen Nationen traten in einen Wettstreit, wer den ersten Impfstoff einsatzbereit hat. Dafür wurden sogar Start-ups durch Staaten wie die USA und Deutschland gekauft oder mit Millionen-Beträgen subventioniert. Sechs Monate davor war das noch ein undenkbares Szenario.

Das sind nur Beispiele, die sich wahrscheinlich zwei Jahre später niemand mehr vorstellen kann.

Diese dramatischen Änderungen während dieser Krise haben wesentliche Auswirkungen auf die langfristige Politik. In zahlreichen Untersuchungsausschüssen und Befragungen werden in Zukunft Politiker Rede und Antwort stehen müssen:

❓ Warum waren wir darauf nicht vorbereitet?

❓ Warum wurden die falschen Entscheidungen getroffen?

❓ Warum konnte unser Land nicht adäquat reagieren?

❓ Warum gab es keinen Plan B für die Beschaffung von Intensivbetten?

❓Warum hatten andere Länder früher einen Impfstoff?

❓Warum gingen Medikamente am Markt aus?

Die Liste der Fragen lässt sich sicher noch deutlich erweitern. Alle diese Fragen werden vorhersehbar dahin führen, dass die Medizintechnik und die pharmazeutische Industrie zu Schlüsselindustrien mit Bedeutung für die nationale Sicherheit herauf gestuft werden. Es wird auch klar werden, dass das systemrelevante Personal ein Sicherheitsrisiko ist, so dass die Automatisierung in diesem Bereich staatlich verordnet ausgeweitet werden muss.

Daraus folgen unternehmerisch notwendige Schritte, auf die sich die Branche Medizintechnik in der Unternehmen-Strategie einstellen muss:

  1. Die Fertigung der medizintechnischen Geräte muss auf Basis der nationalen Gesetze mit national produzierten Komponenten mindestens in den Machtzentren USA, EU, Indien und China erfolgen. Ob dies ein Partner-Unternehmen oder das Unternehmen selbst ist, muss sorgfältig abgewogen werden.
  2. Die Ministerien für die nationale Sicherheit in den Macht-Zentren werden die juristische Basis für den Durchgriff auf die Fertigung von Medizintechnik etablieren. Damit wird die Führung und die unternehmerische Freiheit eingeschränkt.
  3. Von den Herstellern von Medizintechnik werden in Zukunft gesetzlich – aus heutiger Sicht unrealistische – Produktionsausweitungen oder die Vorhaltung von Produktionskapazitäten in den Machtzentren USA, EU, China, Indien und Russland gefordert werden. Diese müssen finanziert werden oder es werden andere Modelle der Erfüllung dieser Auflagen gefunden.
  4. Eine Lager-Vorhaltung für die Lieferfähigkeit mit bestimmten Geräten oder Schlüsselbauteilen durch die Hersteller wird auf jeden Fall diskutiert werden.
  5. Die Genehmigungspflicht von Exporten von Medizintechnik vergleichbar der Militärtechnik wird in den USA und China kommen.
  6. Die Einflussnahme auf die Geschäftspolitik der Unternehmen auf Grund zwischenstaatlicher Vereinbarungen wird dramatisch zunehmen.

Mitunter vergehen diese Umbrüche aber auch ohne den wahrscheinlichen Strukturwandel. Es ist also denkbar, dass ich mit meiner Prognose kurzfristig falsch liege.

Kommen diese Änderung nicht nach COVID-19, kommen sie nach dem nächsten Virus.

Die Wahrscheinlichkeit eines ähnlichen Infektionsgeschehen nimmt mit der Anzahl der Menschen und der Anzahl der Kontakte von Menschen im unteren Bereich der Kurve exponentiell zu. Der nächste Virus kommt also sicher. Damit wird sich ein vergleichbares Geschehen, wie wir es in der Corona-verursachten Weltwirtschaftskrise gesehen haben, mit höherer Frequenz wiederholen. Die Konsequenzen werden auch jedes mal die Gleichen sein.

Weil die Entwicklungen eben vorhersehbar sind, macht es für Unternehmen in der Medizintechnik und in der Pharmazie Sinn, sich frühzeitig auf diese Entwicklung einzustellen. 

Gerne suche ich auch mit Ihnen ihre passende strategische Ausrichtung und die notwendigen technischen und organisatorischen Schritten. Melden Sie sich einfach bei mir.

Peter Saubert

Unternehmensberater

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