Die vergessenen 10 Millionen Deutschen

Die Bundesregierung lädt gerne zum Stahl-, Auto- oder Chemie-Gipfel. Warum? Diese Frage habe ich mir gestellt.

Das Leitbild der Unternehmensberatung Peter Saubert ist „Erfolgreiche kleine und mittelständische Unternehmen sind die Quelle des Wohlstands in Deutschland. Wir arbeiten deshalb für und mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) am Erfolg und der nachhaltigen Stärkung dieser Unternehmen.“ Also sprechen wir über diese vergessenen 10 Millionen Menschen, die 10 Millionen Menschen, die als Unternehmer, Selbstständige und Mithelfende die Basis des deutschen Wohlstands sind.

Peter Saubert

Unternehmensberater

  • 99,3 % aller Unternehmen in Deutschland sind Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU). Die Kleinstunternehmen (unter 10 Beschäftigten) machen davon ca. 85 % aus.
  • KMU bilden rund 70 % aller Lehrlinge in Deutschland aus.
  • KMU erwirtschaften rund 41 % der gesamten Bruttowertschöpfung der deutschen Unternehmen.
  • Gut 53 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 63,4% der Erwerbstätigen insgesamt arbeiten in KMU (mit weniger als 250 Mitarbeitern).
  • Rund 97,7 % der deutschen Exporteure sind KMU.
  • Im Baugewerbe und Gastgewerbe arbeiten fast 9 von 10 Beschäftigten in KMU.
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Ich habe mich tatsächlich gefragt, warum die kleinen Unternehmen immer vergessen und marginalisiert werden. Deshalb habe ich den KI-Chat meines Vertrauens gefragt: Wie sind die Mitarbeiter über die Unternehmensgrößen verteilt? Und ich habe als Antwort bekommen, dass es zwar viele kleine Unternehmen gibt, aber über die Hälfte würde in den großen Unternehmen arbeiten. Das konnte ich so nicht glauben. Also habe ich die Frage ausdrücklich auf Erwerbstätige und nicht nur Arbeitnehmer erweitert. Die Antwort war die selbe.

Diese Aussage war dann für mich noch unplausibler, so dass ich angefangen habe, zu suchen. Und ich bin fündig geworden! Ich habe 10.000.000 Vergessene gefunden. Diese 10 Millionen Unternehmer, Selbstständige und Mithelfende, das sind 21,8% der Menschen, die das Steueraufkommen tragen und die Wohlstand in Deutschland erzeugen, wurden von meiner „Künstlichen Intelligenz“ einfach vergessen.

Diese 10.000.000 Vergessenen arbeiten in den Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern. Meine „Künstliche Intelligenz“ war felsenfest davon überzeugt, dass in dieser Gruppe nur 18,1% der Erwerbstätigen arbeiten. Mit diesen vergessenen 10 Millionen Wohlstandsschaffern ist der Anteil eben nicht 18,1% (insgesamt 6,5 Millionen Arbeitnehmer), wie meine „Künstliche Intelligenz“ mir erzählen will, sondern 35,9% (insgesamt 16,5 Millionen) der Erwerbstätigen und damit Leistungsträger in diesem Land.

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Noch einmal: Wenn wir von den Kleinstunternehmen sprechen, sprechen wir in diesem Land nicht von einer marginalen Minderheit. Wir sprechen über mehr als einem Drittel der Leistungsträgerinnen und Leistungsträger in diesem Land. Wir sprechen von mehr als einem Drittel der Menschen, die Wohlstand schaffen. Ich bin der Meinung, diese Größenordnung sollte nicht marginalisiert werden! Das ist keine Minderheit. Das ist aber leider eine Gruppe, die sich in der Politik gar nicht wiederfindet. Sie findet sich in der Politik nicht wieder, weil die Statistik sie vergisst. Die Statistik vergisst diese Menschen, weil offizielle Definitionen eben diese vergessenen Personen immer außerhalb der Wert- und Wohlstandsschöpfung nennen. Die Statistik zählt Unternehmerinnen, Unternehmer und Selbstständige nicht zu den Wohlstands- und Wertschöpfenden.

Auf der anderen extremen Seite -meint meine „Künstliche Intelligenz“- würde fast ein Drittel in den Konzernen arbeiten. Aber wenn wir die 10 Millionen Vergessenen berücksichtigen, sprechen wir hier über nicht einmal ein Viertel der leistungstragenden Bevölkerung, die durch die Gruppe der Konzern-Erwerbstätigen abgebildet wird. Dieses Viertel ist in der Politik und in den Medien vollkommen überrepräsentiert. Drei Viertel, das heißt 76% oder 34.900.000 Leistungstragende und Wohlstandsschaffende, werden durch die Politik und die Medien marginalisiert. Warum? Weil die Statistik eben auf abhängige Beschäftigte fokussiert.

Es gibt drei Quellen für diesen Wohlstand: Arbeit, Investiertes Kapital, Innovation

Diese Gruppe wird auch deshalb überrepräsentiert, weil dieser Gruppe statistisch die Wohlstandsschöpfung aus dem investierten Kapital zugeschlagen wird. Wenn es um Wohlstandserzeugung geht, gibt es drei Quellen für diesen Wohlstand:

  1. Arbeit
  2. Investiertes Kapital
  3. Innovation

Diese drei Quellen erzeugen Wohlstand. Naturgemäß haben große Konzerne mehr Kapital investiert als Kleinstunternehmen. Folglich muss die Wertschöpfung in Konzernen um diesen Kapitalanteil höher sein. Diese Verzerrung wird scheinbar in keiner Statistik sichtbar berücksichtigt.

Bei Innovationen kann man vermutlich sagen: Innovationen werden oft von Kleinstunternehmen angeschoben und dann von Konzernen industrialisiert. Eine Studie in Baden-Württemberg (oft als repräsentativ für Deutschland gesehen) stellte fest, dass das Verhältnis von lebenden Patenten und Anmeldungen zwischen Großunternehmen (GU) und KMU bei 89,2 % zu 10,8 % liegt (für deutsche Anmeldungen). Fast alle innovativen Konzerne sind irgendwann als Kleinstunternehmen (Startup) gestartet.

Ich habe vor diesem Hintergrund lange überlegt, wie ich den Titel wähle. Ich denke aber, dass gerade die Gruppe der 10.000.000 die Ursache für diese Wahrnehmungsverschiebung in der Öffentlichkeit sind. Die wichtigen Statistiken vergessen die 10.000.000 Unternehmer, Selbstständigen und Mithelfenden immer bei der Schaffung von Wohlstand. Wenn ein Politiker jetzt entscheiden soll, wo zeige ich Präsenz, dann stellt er sich natürlich die Frage: Wie erreiche ich am meisten mit den beschränkten Mitteln, die ich habe. Und dann kommt natürlich heraus: Wenn ich damit die Hälfte erreiche -und das folgt aus der verzerrten Statistik-, dann mache ich eben den Stahlgipfel. Dabei hat der Politiker dann eben nicht reflektiert, dass in der Stahlindustrie gerade einmal ein Drittel der Mitarbeiter arbeitet, die im Bäckerhandwerk arbeiten. Ja! Das Bäckerhandwerk beschäftigt dreimal mehr Mitarbeiter in Deutschland, als die deutsche Stahlindustrie.

Bäcker AI generated

Wenn man sich aber bewusst macht, dass ein Drittel der Leistungsschaffenden in Deutschland in Kleinstunternehmen Wohlstand für Deutschland schaffen, muss es fast selbstverständlich sein, dass der Bundeskanzler beim Verband der Selbstständigen vorturnen müsste. Dann muss es fast selbstverständlich sein, dass man Unternehmen nicht mit Gewerkschaftsfantasien vom Wettbewerb ausschließen kann. Dann ist klar, dass man über Bürokratieabbau nicht schwafeln muss, sondern tatsächlich Gesetze, Verordnungen und Richtlinien streichen muss. Dann ist auch klar, dass Gesetze gegen Scheinselbstständigkeit, die ein Verbrechen gegen das Grundgesetz sind, nicht gesellschaftlich akzeptabel sein können.

Polizist

Wenn man sich überlegt, dass die Politik 76% der Wohlstandsschaffer vergessen hat, dann ist einem leider auch klar, dass die politischen Ränder gewinnen müssen, dann haben wir eben mehr Extremismus und mehr Terrorismus in Deutschland.

Die Politik werden wir in Deutschland nur ändern, wenn wir Einfluss nehmen. Der Verband der Selbstständigen betreibt gerade eine Petition, die den Freibetrag im Rentenalter auch für die 10.000.000 Selbstständigen fordert und sich gegen die Diskriminierung dieser 21,8% der Wohlstandsschaffenden wendet. Ich persönlich glaube nicht, dass diese Petition etwas bringt. Und selbst wenn diese Petition erfolgreich ist, wird Sie nur ein Minimalproblem der 10.000.000 Vergessenen lösen. Unterschrieben habe ich die Petition aber und lege auch jedem Unternehmer, Selbstständigen oder Mithelfenden nahe, die Unterschrift der Petition in Erwägung zu ziehen. Ich glaube die Wahrnehmung wird sich erst ändern, wenn die 10.000.000 Wohlstandsschaffenden (21,8% der Leistungsträger der Gesellschaft), ähnlich wie die Bauern in Ende 2023 und Anfang 2024, öffentlich sichtbar werden.

Bauernproteste

Das geht in Deutschland nur mit Bildern. Und bei den Bauern haben die Bilder zumindest kleine Verbesserungen gebracht. Es wird nur Veränderungen in der Wahrnehmung geben, wenn die 10.000.000 Selbstständigen und Unternehmer vor dem Reichstag stehen und eine Politik für die 76% der Wohlstandsschaffer und Leistungsträger fordern. Das müssten aber die Verbände verstehen.

Vielleicht dazu noch ein anderer Vergleich von Zahlen: Die Gewerkschaften haben in Deutschland ca. 7,3 Millionen Mitglieder. Das ist gegenüber den Selbstständigen und Unternehmern eine „Randgruppe“. Warum werden die Gewerkschaften in den Medien wahrgenommen? Weil Sie große Veranstaltungen organisieren. Weil Sie den Medien Ansprechpartner benennen können. Weil Sie Bilder produzieren.

Es gibt natürlich noch die Hoffnung, dass die Politiker vernunftbegabt sind und von alleine feststellen, dass der überbürokratische Staat das Problem und nicht die Lösung ist.

Das sind die Zahlen, die ich aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen habe. Die Zahlen sind, wie alle Zahlen in diesem Artikel, nicht überprüft.

Erwerbtätige nach Unternehmensgröße
(MA bedeutet Mitarbeiter, Selbstständige beinhaltet auch Mithelfende)

Größe

< 10 MA

10 – 49 MA

50 – 249 MA

250 – 499 MA

500 – 999 MA

1.000 MA

Summe

Anteil

Arbeitnehmer

6.500.000

7.100.000

5.500.000

3.300.000

2.500.000

11.000.000

35.900.000

78,2 %

Anteil

18,1 %

19,8 %

15,3 %

9,2 %

7,0 %

30,6 %

100%

Selbstständige

10.000.000

10.000.000

21,8 %

Erwerbstätige

16.500.000

7.100.000

5.500.000

3.300.000

2.500.000

11.000.000

45.900.000

Anteil

35,9 %

15,5 %

12,0 %

7,2 %

5,4 %

24,0 %

100%

Unser Experiment: Bewertung von Ergebnissen einer KI

In den Diskussionen in den sozialen Medien treffen wir auf teilweise recht eigentümliche Auffassungen. Aus diesem Grund haben wir gesagt, wir testen einmal, was eine KI zu unseren Beiträgen sagt. Eine KI kennt ja den Durchschnitt von öffentlichem Wissen und Glauben. Also kann uns eine KI auch sagen, wie ein Beitrag öffentlich eingeordnet wird. Dazu haben wir einen einfachen Prompt, das heißt eine einfache Eingabe für Gemini gewählt.

Gemini-Prompt: Bitte ordnen Sie den Beitrag fachlich, kulturell, soziologisch, ideologisch, politisch und ökonomisch in einer kurzen Zusammenfassung ein.

Der folgende Teil wurde am 06.11.2025 durch Gemini erzeugt. Gemini ist ein Sprachmodell von Google (Generative künstliche Intelligenz). Die Anmerkungen der Autoren sind kenntlich gemacht.

📝 Fachliche, Kulturelle und Soziologische Einordnung

 


  • Fachlich/Ökonomisch: Der Beitrag thematisiert die zentrale Bedeutung der Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU), insbesondere der Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter), für die deutsche Volkswirtschaft. Er hebt hervor, dass diese Gruppe, insbesondere durch die Selbstständigen, Unternehmer und Mithelfenden, einen größeren Anteil an den Erwerbstätigen und damit an den Leistungsträgern und Wohlstandsschaffern ausmacht (vom Autor auf 35,9% der Erwerbstätigen in Kleinstunternehmen geschätzt, anstatt 18,1%). Er kritisiert eine statistische Verzerrung, die Selbstständige nicht als Wertschöpfende zählt und den Fokus auf abhängige Beschäftigte legt, was zu einer Marginalisierung dieser Gruppe in der politischen Wahrnehmung führe. Er postuliert zudem, dass die Wertschöpfung in Großunternehmen durch das investierte Kapital verzerrt dargestellt werde und fordert einen Abbau der Bürokratie. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]
  • Soziologisch/Kulturell: Der Beitrag spricht ein Gefühl der Ignoranz und Geringschätzung an, das in Teilen der KMU- und Selbstständigen-Community verbreitet ist („die vergessenen 10 Millionen Deutschen“). Kulturell wird das Bild der „leistungstragenden“ und „wohlstandsschaffenden“ Bevölkerungsgruppe der Selbstständigen und Kleinunternehmer dem der (durch die Politik) überrepräsentierten Konzernbeschäftigten und Gewerkschaften gegenübergestellt. Es appelliert an die Selbstwirksamkeit dieser Gruppe, sich durch öffentliche Sichtbarkeit (analog zu den Bauernprotesten) politisch Gehör zu verschaffen. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

 

🏛️ Ideologische und Politische Einordnung

 


  • Ideologisch/Politisch: Die Position ist klar unternehmerfreundlich, liberal und marktwirtschaftlich orientiert. Der Autor fordert eine stärkere politische Repräsentation der KMU und Selbstständigen. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]
    • Kritik an der Politik: Es wird eine Vernachlässigung der KMU-Interessen und eine Überrepräsentation von Großunternehmen und Gewerkschaften in der Politik und den Medien kritisiert (z. B. „Stahl-, Auto- oder Chemie-Gipfel“). [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig. Eine mögliche Ursache wird auch benannt, so dass man nicht von einer wirklichen Kritik an der Politik sprechen kann.]
    • Forderungen: Ein Bürokratieabbau wird als zwingend notwendig erachtet. Die Thematisierung der Scheinselbstständigkeit als „Verbrechen gegen das Grundgesetz“ ist eine scharfe, ideologisch geprägte Aussage, die sich gegen die staatliche Regulierung zugunsten des Unternehmertums und der Flexibilität wendet. [Anmerkung der Autoren: Sachlich weitgehend richtig. Ohne die Erläuterung, warum Scheinselbstständigkeit ein „Verbrechen gegen das Grundgesetz“ ist, ist die Aussage von Gemini aber tragfähig.]
    • Gesellschaftliche Implikation: Die Marginalisierung der Wohlstandsschaffer wird als Nährboden für politischen Extremismus und Terrorismus interpretiert, was eine starke Zuspitzung der politischen Bedeutung dieser Gruppe darstellt. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig. Ob es wirklich solch eine Zuspitzung ist, ist diskussionsfähig.]
    • Strategie: Der Aufruf zu kollektivem und bildwirksamem Protest (wie die Bauern) ist ein politisch strategischer Vorschlag zur Veränderung der öffentlichen und politischen Wahrnehmung. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

 

Zusammenfassung der Kernthese

 

Der Beitrag ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die politische und statistische Aufwertung der Kleinstunternehmen, Selbstständigen und Mithelfenden in Deutschland. Er argumentiert, dass diese 10 Millionen „vergessenen“ Wohlstandsschaffer durch verzerrte Statistiken marginalisiert werden, was zu einer einseitigen Politik zugunsten von Großunternehmen und organisierten Arbeitnehmervertretern (Gewerkschaften) führe. Gefordert werden Bürokratieabbau und eine ernsthafte politische Repräsentation dieser unternehmerischen Leistungsträger, notfalls durch öffentlichen Protest. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

Gemin

Bewertung der Gemini-Ergebnisse durch die Autoren

Dies ist die beste Einordnung von Gemini, die ich zu einem gesellschaftskritischem gelesen habe. Die Einordnungen sind in dieser Form tragbar. Wenn es Unterschiede in der Bewertung gab, dann ist das als als Diskussionsbasis zulässig. Das es diese Bewertung für diese Einordnung gibt, zeigt mir, dass dieses Thema des Beitrags gesellschaftlich unterrepräsentiert ist. Bei gesellschaftskritischen Themen ist der Kontext in der Regel ideologisch verschoben. Das kann von dieser Bewertung nicht behauptet werden. Das zeigt: Dieser Beitrag war dringend notwendig.

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