Finanzierung als Erfolgsfaktor von Franchise-Systemen: So meistern Ihre Franchise-Nehmer die finanziellen Hürden im Onboarding
Die Onboarding-Phase ist für einen neuen Franchise-Nehmer der Beginn einer aufregenden Reise. Für uns als Franchise-Geber ist es die entscheidende Zeit, in der wir nicht nur einen Partner gewinnen, sondern auch die Weichen für dessen nachhaltigen Erfolg stellen. Ein zentraler und oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist dabei die Finanzierung. Werden die typischen Fallstricke frühzeitig erkannt und gemeinsam ausgeräumt, schaffen wir gemeinsam die Grundlage für ein solides Wachstum. Werden sie ignoriert, kann der Traum vom eigenen Unternehmen für den Franchisenehmer schnell enden und unser System wird im Ansehen beschädigt.
Dieser Beitrag gibt aus der Sicht von Franchise-Geber einen Überblick über die wichtigsten Aspekte aus der Arbeit der Unternehmensberatung Peter Saubert und die typischen Stolperfallen in der Finanzierungsphase des Onboardings von Franchise-Nehmern. Wir zeigen dabei auch wie wir unsere Partner optimal im Onboarding neuer Franchise-Nehmer unterstützen können.
Was sind die Mindestforderungen über die Möglichkeiten der Franchise-Geber zur Finanzierung?
Unsere erste Pflicht ist es, dem potenziellen Franchise-Nehmer eine detaillierte und realistische Kostenaufstellung an die Hand zu geben. Es reicht nicht, nur die Franchise-Gebühr und die direkten Investitionskosten zu nennen. Viele Bewerber fokussieren sich auf diese offensichtlichen Posten und unterschätzen die tatsächliche finanzielle Belastung und die privaten Ausgaben.
‼️Typische Stolperfalle: Überschätzung seiner finanziellen Möglichkeiten durch den Franchise-Nehmer. Das Eigenkapital wird zu hoch geschätzt. Die privaten Ausgaben werden vergessen oder zu niedrig geschätzt.
💡Lösungsmöglichkeit: Es empfiehlt sich nicht nur einen Kapitalnachweis zu fordern, sondern einen Kapitalnachweis zu einem Stichtag. Dann kann das Kapital nur auf einem Konto sein und eben nicht auf zwei Konten ausgewiesen werden. Weiterhin sollte der Franchise-Nehmer auch erklären, dass dieses Geld tatsächlich in seinem Eigentum steht. Das kann man mit einer Selbstauskunft lösen, die wir für die Finanzierung sicher benötigen werden.
‼️Typische Stolperfalle: Der Franchise-Nehmer vergisst oder unterschätzt seine privaten Belastungen.
💡Lösungsmöglichkeit: Es empfiehlt sich im Vorfeld eine Selbstauskunft mit den privaten Ausgaben zu fordern. Diese privaten Ausgaben können wir dann ggf. gegen die Planungsprämissen der Banken abgeglichen, so dass wir transparent machen, dass diese privaten Ausgaben durch den Franchise-Nehmer auch wirklich dargestellt werden können.
Um die Anforderungen von Franchise-Nehmern festzulegen, muss zunächst klar sein, wie hoch tatsächlich der notwendige Kapitalbedarf ist. Dazu müssen Investitionsplanung, Liquiditätsplanung und Erfolgsplanung belastbar stehen. Es sollte dabei immer auch klar sein, dass die Finanzierung nicht zu knapp gewählt wird. Es kommt immer anders, als geplant. Dafür müssen Reserven vorgehalten werden. Bei der Unternehmensberatung Peter Saubert unterstützen wir Sie gerne bei der Aufbereitung der Unterlagen.
‼️Typische Stolperfalle: Die Liquiditätspläne werden oft mit einem sehr optimistischen Zahlungseingangstermin erstellt. Ausgaben werden vergessen oder zu spät angesetzt. Zahlungsausfälle werden gar nicht berücksichtigt.
💡Lösungsmöglichkeit: Berücksichtigen Sie die richtigen Zeitpunkt für Zu- und Abflüsse in der Liquiditätsplanung. Gerne helfen wir bei der Erstellung von Planungsunterlagen.
Nicht alle Geschäftsmodelle lassen sich ähnlich gut finanzieren. Es gibt Branchen, die bei professioneller Beratung faktisch immer finanzierbar sind. Es gibt Branchen, die sind auch mit professioneller Betreuung schwer finanzierbar. Aber nicht nur das Geschäftsmodell hat einen Einfluss. Neue Konzepte können auf keine Erfahrungen verweisen und sind damit in der Regel schwieriger finanzierbar als Konzepte, die im Markt erfolgreich sind.
‼️Typische Stolperfalle: Das mindestens notwendige Eigenkapital oder die Bonitätsanforderungen an die Franchise-Nehmer werden zu niedrig angesetzt.
💡Lösungsmöglichkeit: Prüfen Sie im Vorfeld, unter welchen Bedingungen die Finanzierungen realistisch sind und wo die Grenzen der Banken typischer Weise liegen.
Ist der Franchise-Interessent wirklich onboarding-fähig?
Bevor Sie wirklich ins Onboarding mit einem Franchise-Nehmer gehen, sollten Sie prüfen, ob dieser Partner überhaupt die Anforderungen erfüllt. Dies sind natürlich die auch geforderten Kapitalnachweise. In unserer Beratungspraxis erleben wir immer wieder, dass sich die Nachweise des Eigenkapitals nicht als tragfähig heraus stellen und das Eigenkapitalpositionen mehrfach angegeben werden.
‼️Typische Stolperfalle: Das Eigenkapital wird zu hoch angegeben.
💡Lösungsmöglichkeit: Es empfiehlt sich nicht nur einen Kapitalnachweis zu fordern, sondern einen Kapitalnachweis zu einem Stichtag. Dann kann das Kapital nur auf einem Konto sein und eben nicht auf zwei Konten ausgewiesen werden. Weiterhin sollte der Franchisen-Nehmer auch erklären, dass dieses Geld tatsächlich in seinem Eigentum steht. Das kann man mit einer Selbstauskunft lösen, die wir für die Finanzierung später benötigen.
Spätestens wenn es in die Finanzierung geht, ergibt sich die Notwendigkeit, dass der Franchise-Nehmer die Bonität offenlegt. Für Privatpersonen in Deutschland bedeutet dies, dass wir die Schufa im Detail kennen müssen. Immer wieder gibt es auch Gründer, die von Pfändungen durch Finanzamt oder Krankenkassen in das Konto betroffen waren. Dies sehen wir nicht in der Schufa. Die finanzierende Bank wird aber hier im Vorfeld eine Bankauskunft bei der kontoführenden Bank platzieren. Spätestens dann weiß der Kreditbearbeiter: Ihr Franchise-Nehmer ist nicht finanzierbar.
‼️Typische Stolperfalle: Die Bonität wird im Vorfeld nicht genügend geprüft.
💡Lösungsmöglichkeit: Um sicher zu stellen, dass die Bonität auch wirklich vorhanden ist, empfiehlt sich eine Selbstauskunft, in der der Franchise-Nehmer erklärt, welche Probleme er in der Vergangenheit hatte. Dann können wir im Vorfeld die richtigen Schritte unternehmen.
‼️Typische Stolperfalle: Der Franchise-Nehmer hat Schufa-Eintragungen und Pfändungen in sein Konto.
💡Lösungsmöglichkeit: Wir bereinigen im Vorfeld nach Möglichkeit die Schufa und passen die Bankverbindung so an, dass die notwendige Bonität erreicht wird.
‼️Typische Stolperfalle: Die Bonität eines von mehreren Partnern ist nicht Finanzierungsfähig.
💡Lösungsmöglichkeit: Verzicht auf diesen Partner bei der Gründung. Der Partner kann ggf. zum späteren Zeitpunkt mit einer Kaufoption einsteigen.
Welche Finanzierungsmöglichkeiten hat unser Franchise-Nehmer?
Wenn wir Gründungsfinanzierung hören, kommt kurz danach oft der Spruch „KFW-Kredit“ und „Förderung“. KFW-Kredite sind zweifelsohne wichtige Finanzierungsinstrumente. Allerdings basiert die Förderung beim KFW-Kredit ausschließlich auf dem Fakt, dass es überhaupt einen Kredit geben kann. Oft sind aber die Förderinstrumente gar nicht nutzbar. Das muss im Vorfeld einer Finanzierung immer durchdacht werden. Welche Instrumente praktisch eingesetzt werden, hängt stark von den Möglichkeiten ab.
‼️Typische Stolperfalle: Einer von mehreren Partnern ist nicht förderfähig.
💡Lösungsmöglichkeit: Verzicht auf diesen Partner bei der Gründung. Der Partner kann ggf. zum späteren Zeitpunkt mit einer Kaufoption einsteigen.
‼️Typische Stolperfalle: Oft sind Franchise-Konzepte aus Förderprogrammen explizit ausgeschlossen.
💡Lösungsmöglichkeit: Bevor wir an die Kreditfinanzierung denken, sollten wir die einfachen Möglichkeiten ausschöpfen. Dies sind zum Beispiel
- Finanzierung mit Eigenkapital: Dabei ist der Konsumentenkredit, den der Franchise-Nehmer aufnimmt in unserer Betrachtung unter bestimmten Bedingungen auch Eigenkapital.
- Leasing oder Mietkauf, das wir mit Partnern vereinbaren
- Factoring, dass wir für alle Franchise-Nehmer vereinbaren und damit die 2 Jahresschwelle umgehen.
- Nutzung des Gründungszuschusses der Agentur für Arbeit: Das damit verbundene Gründungscoaching kann auch genutzt werden, um den Franchise-Nehmern kaufmännische Grundlagen zu vermitteln. (siehe dazu auch Gründungscoaching AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein))
- Finanzierung von Mietkautionen über Bürgschaftsversicherungen
Mit welchen Unterlagen startet der Franchise-Nehmer in die Finanzierung?
Immer wieder sehen wir, dass die Franchise-Nehmer mit einem Businessplan in die Finanzierung starten, den die Franchise-Nehmer nicht verstanden haben. Dann kommt es immer wieder vor, dass die Zahlen der Franchise-Nehmer viel zu optimistisch sind.
‼️Typische Stolperfalle: Die Finanzierung scheitert, weil der Businessplan des Bewerbers zu optimistisch ist. Häufig werden die Umsätze zu optimistisch geschätzt und es fehlen Puffer für die ersten operativen Monate oder unvorhergesehene Ausgaben, die während der Aufbauphase immer entstehen.
💡Lösungsmöglichkeit: In der Regel empfehlen wir einen modularen Standard-Aufbau des Businessplans in die Struktur
- Modul 1 (Standard): Allgemeine Beschreibung des Geschäftsmodells einheitlich für alle Franchise-Nehmer eines Typs
- Modul 2 (Standard): Finanzplanung mit typischen Planzahlen für das Geschäftsmodell
- Modul 3 (Standard): Erfolgsübersicht über typische erfolgreiche Gründungen mit dem Vergleich ursprüngliche Planung und tatsächlich realisiertem Anlauf
- Modul 4 (individuell): Projektbeschreibung mit allen strukturellen Details des konkreten Franchise-Nehmers einschließlich Standortanalyse, Qualifikation, Gesellschafterstruktur, etc.
- Modul 5 (individuell): periodengerechte Finanzplanung für den Franchise-Nehmer mit detaillierter Liquiditätsplanung, Erfolgsplanung und für GmbH auch Planbilanzen
Die Finanzplanung bereiten wir mit dem Franchise-Partner auf. Oft macht es Sinn, ein Coaching zur Vorbereitung auf den Banktermin durchzuführen.
‼️Typische Stolperfalle: Der Franchise-Nehmer geht unvorbereitet auf eine Bank zu und präsentiert seine fehlende Vorbereitung und sein fehlendes Wissen bei der Bank. In der folge wird der Franchisen-Nehmer nicht mehr ernst genommen und die Finanzierung scheitert.
💡Lösungsmöglichkeit: Wir empfehlen, dass Franchise-Nehmer nur auf Banken zugehen, wenn Sie die Finanzierungsunterlagen verstanden haben und die Finanzierungsunterlagen im Erstgespräch direkt oder unmittelbar nach dem Erstgespräch übergeben können. In der Regel empfiehlt sich auch ein Coaching der Franchise-Nehmer vor dem Banktermin, bei dem der Banker die Eignung der Gründer und die Finanzierungsfähigkeit der Gründer überprüft.
Zusammenfassung der Lösungen 💡💡💡
Diese Lösungen haben wir im Text angesprochen:
- Anforderung an das Eigenkapital unter Berücksichtigung von Finanzierungsmöglichkeiten definieren
- detaillierte Schufa-Auskunft einfordern und ggf. im Vorfeld bereinigen
- Bankverbindung ggf. im Vorfeld optimieren
- Selbstauskunft im Vorfeld einfordern
- rechtzeitiger Start der Finanzierung
- Nutzung von alternativen Finanzierungswegen (siehe dazu auch Das 1×1 der Gründung – Alternativen zur klassischen Gründungsfinanzierung)
- förderfähige und finanzierungsfähige Gestaltung der Gesellschafterstruktur des Franchise-Nehmers
- Standard-Businessplan in der Struktur
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- Allgemeine Beschreibung des Geschäftsmodells einheitlich für alle Franchise-Nehmer eines Typs
- Finanzplanung mit typischen Planzahlen für das Geschäftsmodell
- Erfolgsübersicht über typische erfolgreiche Gründungen mit dem Vergleich ursprüngliche Planung und tatsächlich realisiertem Anlauf
- Projektbeschreibung mit allen strukturellen Details des konkreten Franchise-Nehmers einschließlich Standortanalyse, Qualifikation, Gesellschafterstruktur, etc.
- periodengerechte Finanzplanung für den Franchise-Nehmer mit detaillierter Liquiditätsplanung, Erfolgsplanung und für GmbH auch Planbilanzen
-
- Coaching zur Vorbereitung auf den Banktermin
Wie wird die Betreuung durch uns finanziert?
Unsere Arbeit zur Beratung der Finanzierung Ihrer Franchise-Nehmer muss natürlich auch finanziert werden. In der Regel stellen wir dem Franchise-Nehmer unsere Leistung in Rechnung. Dazu schließen wir eine separate Vermittler- und Beratervereinbarung mit Ihrem Franchise-Nehmer.
Wenn Sie sich verpflichten sich nur Partner zu onboarden, die eine Vereinbarung mit uns schließen, können wir die Aufbereitung von allen nicht Corporate Communication Unterlagen für Sie übernehmen. Das sind
- Modul 2 (Standard): Finanzplanung mit typischen Planzahlen für das Geschäftsmodell
- Modul 3 (Standard): Erfolgsübersicht über typische erfolgreiche Gründungen mit dem Vergleich ursprüngliche Planung und tatsächlich realisiertem Anlauf
- Modul 4 (individuell): Projektbeschreibung mit allen strukturellen Details des konkreten Franchise-Nehmers einschließlich Standortanalyse, Qualifikation, Gesellschafterstruktur, etc.
- Modul 5 (individuell): periodengerechte Finanzplanung für den Franchise-Nehmer mit detaillierter Liquiditätsplanung, Erfolgsplanung und für GmbH auch Planbilanzen
Natürlich werden Sie das Design immer selbst vertreten müssen. Design bleibt Ihre Kernkompetenz.
Wenn wir Preise nennen, gehen wir von Partnerschaften aus, bei denen wir auf die Sicht der kommenden Jahre 5 bis 10 Gründungen pro Jahr betreuen. Die Preise für die Betreuung der Franchise-Nehmer variieren dann in der einfachsten Variante für die Prüfung der Bonität, die Erstellung der Unterlagen und die Suche einer finanzierenden Bank auf mindestens 2.000€. Wenn wir weitere Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel die Bereinigung der Bonität, die Bereinigung der Gesellschafterstruktur, ein Coaching zur Vorbereitung auf den Banktermin, kann sich der Preis auf bis zu 5.000€ erhöhen.
Fazit
Die Finanzierung ist der Motor jedes Franchise-Unternehmens. Indem wir als Partner unsere Franchise-Geber proaktiv, strukturiert und mit den richtigen Werkzeugen unterstützen, legen wir den Grundstein für einen erfolgreichen Start und eine nachhaltig positive Entwicklung. Unser Ziel muss es sein, aus jedem neuen Franchise-Nehmer einen finanziell soliden Partner zu machen. Das ist mit dem Betreuungskonzept der Unternehmensberatung Peter Saubert möglich.