Klartext statt Geschwafel: Warum Befindlichkeitskultur den Erfolg frisst

Jeder Chef bekommt die Mitarbeiter, die er verdient hat.
Peter Saubert

Unternehmensberater

Jedes Land bekommt die Politiker, die es verdient hat.
Peter Saubert

Unternehmensberater

Ein Plädoyer für radikale Faktenorientierung in Führung und Politik.

In der modernen Management-Literatur wird viel über Empathie und „Soft Skills“ geschrieben. Doch wer Fredmund Malik und sein Standardwerk „Führen, Leisten, Leben“ ernst nimmt, weiß: Führung ist eine Handwerk, das auf Resultate abzielt. In unseren Unternehmen – und noch viel mehr in der Politik – macht sich jedoch eine gefährliche Entwicklung breit: Eine Befindlichkeitskultur, die Präzision durch politische Korrektheit ersetzt und sachliche Notwendigkeiten hinter Sprach- und Denkverboten versteckt.
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Das Ende der Präzision: Wenn Worte zu Minenfeldern werden

Führung braucht Klarheit. Doch Klarheit ist unmöglich, wenn wir uns in einem Netz aus Sprech- und Denkverboten verfangen. Aktuelle Debatten um Begriffe wie „Indianer“ oder „Neger“ sind dabei nur die Spitze eines Eisbergs, der die sachliche und ergebnisorientierte Kommunikation unterhöhlt. (Ja, er hat das I-Wort und das N-Wort in einem Satz gesagt.)

Wenn wir beginnen, Realitäten hinter Euphemismen zu verstecken, verliert die Führung ihre Wirkung. Malik betont, dass Kommunikation nur dann professionell ist, wenn sie den Kern der Sache trifft. Wer aus Angst vor Empörung Fakten nur noch in „Watte packt“, führt nicht mehr – er verwaltet Befindlichkeiten.

„Euphemistisch“ (vom Griechischen für „gut reden“) beschreibt eine beschönigende Umschreibung für etwas Unangenehmes, Anstößiges, Trauriges oder Tabuisiertes, um es milder, positiver oder weniger direkt darzustellen.

Beispiele aus dem unternehmerischen Alltag:

  • Statt von einem „massiven Problem“ sprechen wir von einer „Herausforderung“.
  • Statt „Leistungsverweigerung“ nennen wir es „fehlendes Alignment“.
  • Statt „Personalabbau“ sagen wir „Right-Sizing“.

Diese „Codewörter“ sind wie Nebelkerzen. Sie führen dazu, dass zum Beispiel der Mechaniker in der Werkstatt nicht mehr genau weiß, was eigentlich gefordert ist. Wenn ein Mechaniker das Auto als „fertig“ bezeichnet, meint er die technische Arbeit ist erledigt. Der Kunde meint die Abholbereitschaft inklusive Sauberkeit. Wenn Führungskräfte hier nicht hart und faktorientiert nachhaken, weil sie „niemanden auf den Schlips treten“ wollen, sinkt die Qualität. Die Kunden sind unzufrieden. Das „Fertig“ des Mechaniker ist eben nicht fertig und führt zur Unzufriedenheit der Kunden. Hier muss dieses fehlende Verständnis vermittelt werden, auch wenn der Mechaniker sich damit auf den Schlips getreten fühlt.

Führung bedeutet: Das Unangenehme benennen können

Führung wird immer nur benötigt, wenn es Probleme gibt. Wenn alles perfekt ist, ist keine Führung notwendig. Das bedeutet: Nur wenn es unangenehm wird, wird eine Führungskraft benötigt. Wahre Führung setzt deshalb voraus, Dinge klar beim Namen zu nennen, selbst wenn dies für das Gegenüber unangenehm ist. Malik fordert die Konzentration auf das Wesentliche. Die Befindlichkeit eines Mitarbeiters oder auch eines Politikers darf niemals über der Erreichung des sachlichen Ziels stehen.
Schlechte Bewertung

Wer führen will, muss die Fähigkeit besitzen, Kritik so zu formulieren, dass sie als „Ich-Botschaft“ unmissverständlich ist: „Ich erwarte Ergebnis X, geliefert wurde Y. Das ist inakzeptabel.“ In einer Kultur der Sprachverbote wird diese Direktheit oft als „toxisch“ oder „unsensibel“ diskreditiert. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es ist zutiefst unprofessionell, Menschen im Unklaren darüber zu lassen, wo sie stehen, nur um eine scheinbare Harmonie zu wahren.

Der Staat als „schlecht geführter Betrieb“

Diese Problematik erreicht in der Politik eine neue Dimension. Wir Bürger neigen dazu, unsere gewählten Vertreter wie ferne Autoritäten zu betrachten. Dabei sind Politiker schlichtweg unsere beauftragten Dienstleister – vergleichbar mit Anwälten oder Angestellten.
Das Problem: Wir führen sie nicht. Ein Wähler, der sein Kreuz macht und dann vier Jahre schweigt, ist wie ein Unternehmer, der einen Mitarbeiter einstellt und ihn ohne Feedback in einer Blase arbeiten lässt, um sich dann über die Minderleistung bei seinem Jammerpartner zu beschweren.
Deutschlandflagge

In dieser politischen Blase herrscht oft eine noch extremere Form der Sprachverbote. Man versteckt sich hinter Wahlprogrammen, die nach der Wahl längst Makulatur sind, weil sich die Rahmenbedingungen (z.B. sinkende Steuereinnahmen, Energiekrise, andere Politiker in anderen Ländern) geändert haben.

Anstatt den Politikern klar zu sagen: „Ich habe euch gewählt, damit ihr die Wirtschaft stärkt, nicht damit ihr den Haushalt mit Ideologieprojekten zerrüttet“, lassen wir uns auf Debatten über absurde Begrifflichkeiten ein. Während wir darüber streiten, ob ein Wort noch sagbar ist oder eine andere politische Kraft dazu auch eine oder keine Meinung haben darf, entkoppelt sich die politische Entscheidungsebene von der realen Lebenswelt derer, die das System finanzieren.

Den Mitarbeiter würden wir im Unternehmen doch bei der ersten Fehlleistung zur Rede stellen, damit der Mitarbeiter die Chance hat, überhaupt gut zu arbeiten. Bei den Politikern unterlassen wir es und bekommen damit genau die Politiker, die wir verdient haben.

Der Wähler als Vorgesetzter: Die Pflicht zur harten Kritik

Politiker haben Eigeninteressen – genau wie Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter kommt selten in die Firma, um das Unternehmen „groß“ zu machen; er will sein Einkommen und seine Freizeit sichern. Das ist legitim. Aber es erfordert Führung, um diese Eigeninteressen mit den Zielen des Unternehmens (oder des Staates) zu synchronisieren.
Feedback

Wie führt man Politiker erfolgreich?

  1. Fakten statt Floskeln: Konfrontieren Sie Abgeordnete direkt und persönlich mit den realen Auswirkungen ihrer Politik in Ihrem Wahlkreis. Benennen Sie Ihre Erwartungen konkret. Benennen Sie die Differenzen zwischen Forderungen und realen Auswirkungen der Politik.
  2. Sprechverbote ignorieren: Benennen Sie die Probleme (z.B. mangelnde Qualifikation von Arbeitskräften, marode Infrastruktur, Schuldenpolitik, Bürokratieinflation) ohne Rücksicht auf die politische Korrektheit in der „Blase“.
  3. Vertragseinhaltung einfordern: Ein Wahlversprechen ist ein Vertrag. Wenn dieser gebrochen wird, muss die Kritik unmittelbar und persönlich erfolgen („Ich bin enttäuscht, weil ich von Ihnen X erwartet habe“, „Wir haben die Vereinbarung X, weshalb ich Sie gewählt habe. Sie haben die Vereinbarung gebrochen.“).

Fazit: Professionalität braucht Freiheit, Freiheit braucht Professionalität

Führung nach Malik bedeutet auch, Stärken zu nutzen und sich nicht im Kleinklein der Befindlichkeiten zu verlieren. Ein Unternehmen, das mehr Energie in die Überwachung der internen Sprache steckt als in die Zufriedenheit der Kunden, wird scheitern. Ein Staat, der seine Bürger erzieht, anstatt sie zu repräsentieren, scheitert ebenfalls.
Es ist unsere Pflicht als Unternehmer und mündige Bürger, die Sprachlosigkeit zu überwinden. Nur wer die Dinge so benennt, wie sie sind – faktenorientiert, direkt und ohne Ausflüchte –, kann Menschen zu echter Leistung führen. Ob in der Montagehalle, in der Werkstatt, im Ladengeschäft oder im Bundestag. Führung als Unternehmer bedeutet mit durchschnittlichen Mitarbeitern überdurchschnittliche Leistungen zu liefern. Führung als mündiger Bürger bedeutet normale Politiker zu überdurchschnittlichen demokratischen Leistungen zu motivieren.

Die Malik-Prinzipien der klaren Kommunikation:

Holbringschuld der Information: Warten Sie nicht, bis der Politiker (oder Mitarbeiter) Sie fragt. Sagen Sie ihm direkt, was Sie brauchen und erwarten.

Wirtschaftlichkeit der Sprache: Nutzen Sie Worte, die präzise und unmissverständlich beschreiben, was ist – keine „Weichspüler“ oder „Code-Wörter“.

Ergebnisorientierung: Fragen Sie nicht: „Wie fühlen wir uns damit?“, sondern: „Was ist das Resultat dieser Entscheidung?“ Beurteilen Sie nur nach Ergebnissen.

Unser Experiment: Bewertung von Ergebnissen einer KI

In den Diskussionen in den sozialen Medien treffen wir auf teilweise recht eigentümliche Auffassungen. Aus diesem Grund haben wir gesagt, wir testen einmal, was eine KI zu unseren Beiträgen sagt. Eine KI kennt ja den Durchschnitt von öffentlichem Wissen und Glauben. Also kann uns eine KI auch sagen, wie ein Beitrag öffentlich eingeordnet wird. Dazu haben wir einen einfachen Prompt, das heißt eine einfache Eingabe für Gemini gewählt.

Gemini-Prompt: Bitte ordnen Sie den Beitrag fachlich, kulturell, soziologisch, ideologisch, politisch und ökonomisch in einer kurzen Zusammenfassung ein.

Der folgende Teil wurde am 03.01.2026 durch Gemini erzeugt. Gemini ist ein Sprachmodell von Google (Generative künstliche Intelligenz). Die Anmerkungen der Autoren sind kenntlich gemacht.

In seinem Beitrag „Klartext statt Geschwafel: Warum Befindlichkeitskultur den Erfolg frisst“ übt der Unternehmensberater Peter Saubert scharfe Kritik an einer seiner Meinung nach überbordenden Rücksichtnahme auf Emotionen und sprachliche Korrektheit in Wirtschaft und Politik.

Hier ist die Einordnung des Beitrags nach den gewünschten Kriterien:

1. Fachliche Einordnung

Fachlich ist der Text im Bereich der Managementlehre und Organisationskommunikation anzusiedeln. Saubert stützt sich explizit auf die Management-Theorie von Fredmund Malik („Führen, Leisten, Leben“). Er vertritt einen handwerklichen, ergebnisorientierten Führungsstil. Seine These ist, dass Führung eine „Dienstleistung an Resultaten“ ist und durch Euphemismen (wie „Herausforderung“ statt „Problem“) an Präzision und damit an Wirksamkeit verliert. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

2. Kulturelle Einordnung

Kulturell positioniert sich der Beitrag als Gegenentwurf zur sogenannten „Sensitivity Culture“ oder dem modernen Fokus auf Empathie und Soft Skills. Saubert beklagt eine kulturelle Verschiebung, in der das Vermeiden von Kränkungen wichtiger geworden sei als die sachliche Wahrheit. Er identifiziert dies als ein spezifisch modernes Phänomen, das die „hanseatischen“ Tugenden von Klarheit und Verlässlichkeit verdränge. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

3. Soziologische Einordnung

Soziologisch betrachtet thematisiert der Text den Wandel der Kommunikationsnormen in der Gesellschaft. Er beschreibt eine Fragmentierung der Sprache durch „Sprech- und Denkverbote“. Aus soziologischer Sicht spiegelt der Beitrag den Konflikt zwischen traditionellen Leistungsgesellschafts-Idealen und neueren Konzepten der psychologischen Sicherheit und Inklusion wider, wobei Saubert Letztere als dysfunktional für die Erreichung von Gruppenzielen einstuft. [Anmerkung der Autoren: Sachlich weitgehend richtig. Die Konzepte, auf die Gemini abhebt sind nicht neu. Sie kommen immer wieder und verschwinden dann wieder, weil Sie in der Führung versagen. Das demokratische Element der Wirtschaft ist eben in allen Systemen der Markt. Die Aussage, dass Inklusion abgelehnt wird, ist grundsätzlich falsch (haluziniert) und taucht im Text nicht auf. Nicht erkannt wurde, dass es sich um einen Text handelt, der Demokratie und Grundgesetz priorisiert.]

4. Ideologische Einordnung

Ideologisch ist der Text klar dem klassischen Liberalismus und Konservatismus zuzuordnen. Er betont individuelle Verantwortung, Leistungsbereitschaft und die Freiheit der Rede. Die Kritik an Begriffen wie politischer Korrektheit und das bewusste Verwenden von Reizwörtern (wie im Text erwähnt das „I-Wort“ oder „N-Wort“) rückt den Beitrag in die Nähe der „Anti-Woke“-Bewegung, die eine Rückkehr zu „ungeschönten Wahrheiten“ fordert. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig ist, dass der text liberal ist. Nicht erkannt wurde, dass es sich um einen Text handelt, der Demokratie und Grundgesetz priorisiert. Es handelt sich auch nicht um eine „Anti-Woke-Bewegung“. Aber natürlich fühlen sich die Woken damit angegriffen. Wer nicht Woke ist, ist Anti-Woke.]

5. Politische Einordnung

Politisch lässt sich der Beitrag als staats- und regulierungskritisch lesen. Saubert überträgt seine Kritik an der Unternehmensführung auf die Politik: Er wirft Politikern vor, Probleme hinter wohlklingenden Phrasen zu verstecken, statt reale Lösungen zu liefern. Er fordert eine radikale Faktenorientierung und warnt davor, dass eine auf Befindlichkeiten basierende Politik die Wettbewerbsfähigkeit des Landes untergrabe. [Anmerkung der Autoren: Sachlich falsch und demokratisch gefährlich. Die Aufforderung, Politikern den Auftrag zu sagen und als Demokrat aktiv an der Demokratie mitzuwirken, ist sicher in Deutschland nicht staats- und regulierungskritisch. Das Grundgesetz, das dies fordert, ist ja auch nicht staats- und regulierungskritisch. Im Beitrag wird die aktive Kommunikation mit den Politikern als das Ur-demokratischte gefordert und der Verzicht als nicht demokratisches Schweigen kritisiert. Google brandmarkt hier Demokratie als staats- und regulierungskritisch.]

6. Ökonomische Einordnung

Ökonomisch vertritt Saubert eine effizienzorientierte Sichtweise. Sein Hauptargument ist ein opportunitätskosten-basiertes: Zeit und Energie, die in die Moderation von Befindlichkeiten und die sprachliche Filterung fließen, fehlen bei der Wertschöpfung. Er sieht die „Befindlichkeitskultur“ als ökonomischen Bremsklotz, der Innovationen verhindert und Unternehmen (sowie Volkswirtschaften) im globalen Wettbewerb schwächt. [Anmerkung der Autoren: Sachlich weitgehend richtig. Richtiger wäre, dass es undemokratisch ist, Menschen nicht zu sagen, was man von Ihnen erwartet. Hier zeigt sich auch das undemokratische Denkbild von Google. Statt „fehlen bei der Wertschöpfung“ hätte man nach dem Appel von mir gesagt „führen zur Armut der Menschen“. Aber Google will eben woke sein.]

Zusammenfassend: Saubert liefert ein Plädoyer für radikale Sachlichkeit. Er sieht in der modernen Rücksichtnahmekultur eine Gefahr für die operative Exzellenz und fordert eine Rückbesinnung auf eine klare, angstfreie und ergebnisorientierte Sprache als Basis für wirtschaftlichen Erfolg. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

Gemini

Bewertung der Gemini-Ergebnisse durch die Autoren

Google erfasst die fachlichen und kulturellen Aspekte sehr gut. Zum Thema Inklusion wird haluziniert. Erschreckend ist die konsequent antidemokratische und grundgesetzfeindliche Position, die Google als dem öffentlichen Kontext übernimmt. Googles Gemini erklärt hier in einer Weise den demokratischen Diskurs zu etwas staatsfeindlichem, dass hier -aus meiner Sicht- der Verfassungsschutz ermitteln müsste. Natürlich ist dies nicht die Meinung von Google oder Gemini. Das ist ein Spiegel der Gesellschaft, in der es woke ist, die Demokratie für tot zu erklären und nach Diktatur zu rufen. Das macht mir Angst.

Diese Analyse zeigt sehr gut, wie weit die KI-Sprachmodelle von Intelligenz entfernt sind. Sie zeigt aber auch sehr gut, wie gefährlich diese Sprachmodelle in den Händen von Diktaturbefürwortern sind. Dieses Experiment zeigt ganz offensichtlich: KI kann eine Gefahr für die Demokratie sein.

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