Rat in der Krise
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1 – Unterschied zwischen Wissenschaft und Politik

Wissenschaft kann keine Politik machen. Politik ist Management. Management ist nichts anderes als Entscheidung unter Unsicherheit. Gutes Management reduziert die Unsicherheit so schnell wie möglich. DafĂŒr macht man Stichversuche oder denkt in Szenarien. Wenn etwas schnell falsifiziert werden kann, geht das auch.

Wissenschaft ist Falsifizieren und nichts anderes! Ein guter Wissenschaftler kann also Hypothesen mit Prognosen aufstellen, die ein Manager berĂŒcksichtigt. Der Manager muss aber mehr als eine Hypothese berĂŒcksichtigen. Er muss entscheiden! In der Regel schnell.

Genau das ist auch der Grund, warum die wissenschaftliche Beratung von Managern und Politikern regelmĂ€ĂŸig in die Hose geht. Wenn es wissenschaftlich werden kann, ist es Business as usual und damit keine Management-Aufgabe mehr. In der Politik ist man dann in der Umsetzung auf der Ebene StaatssekretĂ€r und darunter.

Als Wissenschaftler darf man sich eben nicht anmaßen Manager zu sein. Als Manager kann man in sehr begrenztem Maße auf Wissenschaftler (Mehrzahl) mit unterschiedlichen Hypothesen und Prognosen hören.

Krisenmanagement
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2 – Warum in einer Armee eine Krise wie schneller und kompetenter gelöst wird

Als Chef meiner Firma hatte ich ein SchlĂŒsselerlebnis. Wochenlang sagte ich meinen Mitarbeitern: „Wir bekommen den Auftrag. Wir mĂŒssen das können. Bereitet euch vor.“

Wir bekamen den Auftrag. Es fehlte an allem. Meine motivierten Mitarbeiter haben nichts auf die Reihe bekommen. Warum? Die Mitarbeiter hatten Konzepte und PlĂ€ne gemacht. Was wir nicht gemacht hatten: Umsetzen ĂŒben.

Der Schlachtplan ist so lange gut, bis er auf den Feind trifft. Alle Konzepte und PlĂ€ne sind genau so gut, wie der Erfahrungshintergrund des Planers und die Anpassungen des Umsetzers. Und offensichtlich sind die Erfahrungen fĂŒr einen Fall wie Corona gleich 0,0. Ein “Mach dir mal Gedanken” genĂŒgt eben nicht.

In einer Armee weiß man, dass geĂŒbt werden muss. Dort wird die FeindberĂŒhrung regelmĂ€ĂŸig trainiert. Deshalb funktioniert Krieg wohl besser als Corona-Management.

Entscheidung
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3 – SelbstverstĂ€ndliches wird in der Gesellschaft nur sehr, sehr langsam bewusst.

Seit dem Tod meiner Eltern weiß ich: In der deutschen Notfall-Medizin stirbt fast kein Mensch mehr von alleine. Damit Menschen den vielleicht berechtigten Ausweg aus dem Leben finden, muss irgend jemand die Technik abschalten. Das ist in der Intensivmedizin so selbstverstĂ€ndlich, dass es in einigen KrankenhĂ€usern automatisierte Prozesse fĂŒr die Erwirkung der notwendigen gerichtlichen Vollmacht gibt.

Wie gut unser medizinisches  System in Deutschland ist, wurde mir mit Corona bewusst. In den Medien wurde tatsĂ€chlich ĂŒber diesen alltĂ€glichen Vorgang berichtet. Allerdings wurde in den Medien ĂŒber diese bewusste HerbeifĂŒhren des Sterbens so berichtet, als sei es eine schreckliche Folge von Corona. Das ist es Gott sei Dank nicht. Die Entscheidung bleibt jetzt nur an den Medizinern hĂ€ngen, weil die Angehörigen nicht in die Kliniken dĂŒrfen.

FĂŒr die Menschen, die darĂŒber entscheiden mĂŒssen, dass ein Mensch jetzt aus dem Leben gehen darf, ist es eine wirklich harte Entscheidung. Leider werden Menschen in Deutschland unzureichend auf das Entscheiden vorbereitet. Dabei muss fast jeder einmal im Leben eine solche Entscheidung treffen.

FĂŒhrung in der Krise
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4 – In der Spitzenpolitik gibt es keine guten FĂŒhrungskrĂ€fte.

Was ist eine gute FĂŒhrungskraft? Eine gute FĂŒhrungskraft zeigt Wege auf und stellt Hilfe sicher, die Mitarbeiter befĂ€higen einen guten Job zu machen. Corona hat deutlich gezeigt: In der deutschen aber auch in der europĂ€ischen Spitzenpolitik kann man sagen, wie etwas nicht gemacht wird. Man kann sehr gut darĂŒber entscheiden, Millionen EuropĂ€er zu enteignen.

Was fehlt, ist ein Plan, wie Deutschland und Europa aufgebaut oder wieder geöffnet werden soll. Die Umsetzung wird den Ämtern vor Ort ĂŒberlassen. Und diese sind grenzenlos oft ĂŒberfordert. Warum: Weil gerade fĂŒr den Aufbau werden Wege und Hilfen sowie RĂŒckendeckung benötigt. Das Kaputt-machen war sehr koordiniert. Der Wiederaufbau wird auf Geld begrenzt, das bei den BedĂŒrftigen so wie so nicht ankommt, weil praktikable Vorgaben fehlen und die Angst der Verantwortlichen vor Fehlern grenzenlos ist.

Rettungsschirm Unternehmenskrise
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5 – Unbegrenzte Mittel sind oft nicht viel.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier tönte vor wenigen Wochen, dass die Regierung niemanden alleine lĂ€sst und hilft. DafĂŒr stehen – so Altmaier – unbegrenzte Mittel zur VerfĂŒgung. TatsĂ€chlich haben diverse Großkonzerne wie Adidas Milliarden eingestrichen. Bei Mittelstand und den Kleinunternehmern ist außer der Tropfen Soforthilfe bei den wirklich BedĂŒrftigen nichts angekommen.

Ein sehr gutes Beispiel dafĂŒr, was unbegrenzt heißt, ist die Beratung fĂŒr KMU, die unverschuldet durch die Corona-Maßnahmen in die Krise gerutscht sind. Das sind etwa 98% der Unternehmen in Deutschland. Unbegrenzt sind hier 21.000.000 Euro (wirklich lĂ€cherliche 21 Millionen Euro) und diese waren natĂŒrlich gleich ausgeschöpft. Jetzt lĂ€sst die Regierung eben die Kleinen Unternehmen neben dem Corona-Rettungsschirm stehen. Der Rettungsschirm ist ja nur recht begrenzt.

Demokratie Krise
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6 – In Deutschland ist die Demokratie in Gefahr.

88% der Deutschen meinten in der Corona-Krise, die Bundesregierung wĂŒrde ein gutes Krisenmanagement machen. Sicher ist es immer einfach, als nicht Verantwortlicher zu kritisieren. Aber wenn man sich die Summe der EinschrĂ€nkungen in Grundrechte ansieht, ist die Unbeholfenheit und Einfachheit der Positionen und der Rechtfertigungen von zum Beispiel Frau Merkel oder Herrn Söder nicht demokratisch nachzuvollziehen.

Wir haben es nicht mit einer Disziplin-Frage zu tun! Wir sprechen in Deutschland – aber auch in vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern – ĂŒber tiefgreifende Eingriffe in die Grundrechte, die per Notverordnung (in diesem Fall Infektionsschutzgesetz) umgesetzt werden und die den Maßnahmen der chinesischen Regierung um nichts nachstehen.

Ein Putsch wie 1933 ist inzwischen mit dem Rechtsmittel Infektionsschutzgesetz möglich. Wer dies fĂŒr absurd hĂ€lt, sollte einfach einen Blick ins Ausland wagen. In Ungarn zum Beispiel wurde das Parlament nach Hause geschickt und wartet darauf, vom PrĂ€sidenten wieder eingesetzt zu werden. Einen bekannten Termin gibt es nicht.

Selbst wenn wir jetzt den Putsch nicht hatten: Als Demokraten sollten wir mehr als sensible auf diese vorgefĂŒhrte Möglichkeit reagieren. Wenn 88% der Deutschen diese Eingriffe in Grundrechte gut heißen, muss jeder Demokrat zwangslĂ€ufig Angst vor der kommenden Diktatur haben.

7 – Wir glauben rĂŒckwirkend immer richtig prognostiziert zu haben.

Homeoffice in der Krise
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Ich arbeite seit 5 Jahren im Homeoffice. Mein Prinzip: Entweder bezahlt jemand dafĂŒr, dass ich mein BĂŒro verlasse oder es interessiert mich etwas wirklich.

In der ersten Woche Homeoffice war ich erschreckt. Am Dienstag Abend hatte ich mein Wochenpensum fertig. Meine ProduktivitÀt ging steil nach oben. Parallel dazu hörte ich immer: Homeoffice geht doch nicht.

Nach 10 Wochen Aufregung ums Homeoffice lerne ich jetzt von diesen Menschen: Homeoffice ist viel besser und viel produktiver. Das hÀtten diese Menschen mir ja immer schon gesagt.

Fazit: Ich höre nicht gut zu oder die RĂŒckwĂ€rtsprognose der Menschen ist verdammt gut. 😉

Krisen stören das soziale Mitaeinander
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8 – Arbeit ist fĂŒr viele kein Ergebnis sondern soziales Miteinander.

Als Unternehmer, FĂŒhrungskraft oder Berater von Unternehmern und FĂŒhrungskrĂ€ften neigt man dazu, die Firma auf den Wertschöpfungsprozess zu reduzieren. Gut ist, was gute Ergebnisse bringt. Schlecht ist, was keine Ergebnisse bringt. Entfernt werden muss, was schlechte Ergebnisse bringt.

In der Krise fiel mir extrem auf, dass bestimmte Personengruppen sehr gelitten haben. Das waren Schlafstörungen, Herzrythmusstörungen und eigenartige Krankheiten, die sich zeigten. Besonders hÀufig betroffen waren Frauen. Diese Menschen mussten jetzt im Homeoffice arbeiten. Homeoffice bedeutet aber auch keinen Plausch an der Kaffeemaschine.

Interessant war, dass diese furchtbaren Krankheitssymptome alle verschwunden waren, als diese Menschen wieder an ihre Arbeitsstelle zurĂŒck durften. Arbeit ist fĂŒr viele Menschen eben nicht Ergebnis und Leistung sondern soziales Miteinander.

Facebook wird Opfer seiner Algorithmen
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9 – Facebook wird Opfer seiner Algorithmen.

Facebook hat Homeoffice. Parallel dazu steht Facebook unter dem Druck, keine Fake-News in die Welt zu setzen. Facebook verlÀsst sich auf Algorithmen. Ein Handschuh-Hersteller wird kurzfristig aufgefordert, sich als Apotheke zu registrieren. Da das nicht passiert, wird der Handschuh-Hersteller kurzerhand ausgeschlossen.

Das ist aber kein Einzelfall. Ein Torwarttrainer wird als VerkĂ€ufer von GlĂŒcksspielen eingruppiert und aufgefordert sich dafĂŒr zu registrieren. Macht der natĂŒrlich nicht und wird ausgeschlossen.

Facebook schließt seine zahlenden Kunden aus, weil die Werbekundschaft falsch veralgorithmiert wird. Die Deutschen haben Angst vor den Facebook-Algorithmen. Ich glaube, Mark Zuckerberg sollte mehr Angst vor den Facebook-Algorithmen haben.

Wissen vs. Wissenschaft
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10 – Die Gesellschaft verwechselt Wissenschaft und Wissen.

Wissenschaft ist, was Wissen schafft. Wissenschaft hat aber ĂŒberhaupt nichts mit Wissen zu tun. Wissenschaftler haben oft außerhalb ihres Fachgebiets erschreckend wenig Wissen. Es ist also schon absurd, wenn der gesellschaftliche Konsens unterstellt, man mĂŒsste Wissenschaftler nach Wissen fragen.

Zu dieser Verwechslung kommt ein weiterer großer Irrtum. Allgemein wird unterstellt, Wissenschaft wĂŒrde belastbares Wissen produzieren. Wissenschaft arbeitet auf zwei Weisen:

  1. Wissenschaft falsifiziert Hypothesen. Das bedeutet, Wissenschaft weist anderen nach, dass sie irren. Ist der Irrtum belegt, wird eine neue Hypothese oder eine verÀnderte Hypothese aufgestellt, die wieder widerlegt wird. Auf diese Weise irrt sich die Wissenschaft langsam empor und schafft ein Wissen von dem, was nicht sein kann. Die Erde kann zum Beispiel keine Scheibe sein. Sie bewegt sich aber auch nicht auf einer Kreisbahn um die Sonne.
  2. Wissenschaft erstellt Studien. Studien beantworten eine bestimmte Fragestellung mit einer gewissen Signifikanz. Daraus kann die Wissenschaft jetzt Hypothesen ableiten. Diese können dann nach 1. falsifiziert werden.

Fakt ist: Sicher können wir nur einige Dinge sicher behaupten, die sich als falsch herausgestellt haben. Wenn ich als FĂŒhrungskraft oder Politiker aber Fragen habe, will ich nicht wissen, was falsch ist. Ich muss wissen, was ich tun muss.

Dieses relativ komplexe System von wissenschaftlich systematischem Empor-irren ist sehr anfĂ€llig auf Fehler. Deshalb gibt es in der Wissenschaft aufwendige Reviews, die prĂŒfen, ob der wissenschaftliche Beitrag wirklich nach den GrundsĂ€tzen der Wissenschaftlichkeit entstanden sind. Das dauert sehr, sehr lange. Dem entsprechend kann die Wissenschaft auf die Fragen der Corona-Krise auch frĂŒhestens in zwei Jahren Antworten geben. (Dann können die Hypothesen aber nur noch eingeschrĂ€nkt falsifiziert werden.)

Wissenschaftler wissen also zu den aktuellen Fragestellungen nichts. Sie können aber nachtrÀglich mit einer gewissen Sicherheit erklÀren, warum es damals so war.

Diese elementaren Grundprinzipien von Wissenschaft sind bis in höchste Bildungsschichten und oft auch in der Wissenschaft nicht klar. Deshalb kann man auf Facebook ungestraft posten: „Die Wissenschaft hat bewiesen, dass 
“ und dann kommt irgendein Schwachsinn.

Kostenlos gleich Wertlos
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11 – In Deutschland kann man sich nicht vorstellen, dass etwas kostenloses werthaltig ist.

In der Corona-Krise wurden zahlreiche Unternehmer enteignet. Aus diesem Grund musste die Bundesregierung Ausgleichmaßnahmen ergreifen. Eine Maßnahme, die schnell aufgebraucht war, war die kostenfreie Beratung von Unternehmen, die durch Corona geschĂ€digt wurden. FĂŒr diese Unternehmen habe ich spezifische Angebote erstellt.

So lange es diese Angebote kostenlos gab, habe ich ĂŒberraschend wenige Anfragen erhalten. Das Ă€nderte sich erst, nachdem die 100%-Förderung eingestellt wurde und die Unternehmen wirklich zahlen mussten. Was nichts kostet, ist auch nichts.

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12 – Wir können nicht von 12 bis Mittag denken

WÀhrend in Deutschland Abstandsgebot, Home-Office und Kurzarbeit den Menschen scheinbar Sicherheit geben, leiden in den Àrmsten LÀndern der Welt die Menschen am Shut down in China, Europa und den USA. Diese Àrmsten Menschen kennen keine Angst vor Krankheiten. Das Sterben wegen banalster Krankheiten ist dort selbstverstÀndlich.

Auf Grund der Shut Downs in den Industriestaaten sind diese Menschen aber jetzt vollkommen perspektivlos. In der Vergangenheit lebten sie von dem, was Menschen in den Industriestaaten nicht machen oder haben wollten.

Es gibt keine Möglichkeiten fĂŒr sie mehr, genug Lebensmittel oder Wasser fĂŒr die Familien zu beschaffen. Die Jobs der Ärmsten werden immer schlechter bezahlt oder existieren einfach nicht mehr. Das fĂŒhrt dazu, dass das Einkommen der Eltern nicht mehr reicht. Die Kinder mĂŒssen arbeiten und erzeugen damit ein zusĂ€tzliches Lohndumping. Damit beginnt eine AbwĂ€rtsspirale.

WĂ€hrend dessen wird in Deutschland markig in die Fernsehkamera gesprochen: „Wir werden um jedes Leben kĂ€mpfen.“ Gemeint ist damit das Leben der wenigen Menschen, die in Deutschland so wie so jedes Jahr an Grippe oder Ă€hnlich harmlosen Krankheiten sterben. DafĂŒr akzeptieren wir, dass in der Welt hunderte Millionen Menschen in noch tieferer Armut, Not und Hunger versinken. DafĂŒr akzeptieren wir, dass Kinder in der dritten Welt nie wieder eine Chance haben werden, zur Schule zu gehen. Und dafĂŒr akzeptieren wir, dass es neue FlĂŒchtlingsströme nach Europa geben wird.

Ein Sprichwort sagt dazu: Wer das eine will, muss das andere mögen. Es sind genau die Menschen, die das eine geißeln und das andere fordern.

Hygiene in der Krise
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13 – Hygiene-Regeln sind soziale Ablehnung

Wir haben in Deutschland die Hygiene-Regeln im internationalen Vergleich sehr gut umgesetzt. Das bedeutet Abstand halten, Mundschutz und so weiter. Bei vielen sozial veranlagten Menschen und bei vielen Menschen, die sich ĂŒber ihre soziale Anerkennung definieren, fĂŒhrt die zu psychischen Problemen. Dabei ist Schlaflosigkeit noch ein kleineres Problem.

Hygiene bedeutet eben nicht zugewandt sondern abgewandt sein. Hygiene bedeutet eben anderen ausweichen und nicht auf diese Zugehen. Hygiene bedeutet eben nicht NÀhe sondern kalte Distanz. Die psychischen SchÀden, die Corona angerichtet hat, sind wahrscheinlich noch gar nicht absehbar.

Das Sterben in der Krise
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14 – Der Tod gehört intellektuell nicht mehr zum Leben

In den germanischen Göttersagen wird der Gott Thor vom Alter besiegt. Die Botschaft: Selbst Götter haben dem Alter nichts entgegen zu setzen. In Deutschland gehört der Tod intellektuell nicht mehr zum Leben. Dabei gibt es fĂŒr jedes Leben nur zwei wirkliche Fixpunkte: Die Geburt und der Tod.

Wir kĂ€mpfen um jedes Leben und die Tatsache, dass Menschen, die wirklich sterben wollen, einen natĂŒrlichen Ausweg aus dem Leben brauchen, wird einfach ignoriert.

Da wird vom Gesundheitsminister eben mal entschieden, dass um jedes Leben gekĂ€mpft werden muss: Koste es, was es wolle. Was es auf jeden Fall kostet: Die WĂŒrde der Menschen. 

Statistik ist fĂŒr FührungskrĂ€fte ein wichtiges Entscheidungsmittel
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15 – Statistik ist nicht jedermanns Sache

Bei den Corona-Infektions- und -Sterbezahlen wurde in der Politik, in den Medien und auf den sozialen Plattformen heiter und kontrovers ĂŒber die Richtigkeit diskutiert. Offensichtlich hat es das deutsche Schulsystem noch nicht einmal geschafft, den Menschen zu vermitteln, was eine Stichprobe ist.

Die Bewertung von Stichproben war mindestens genau so belustigend. Selbst die Tatsache, dass ein Arzt einen Todesgrund aufschreiben muss, ist vielen als Verzerrungsfaktor nicht klar. Es gibt ja gute GrĂŒnde fĂŒr das protokollieren einer Todesursache. Aber wenn ein Mensch eben alt ist und schon lange an einer Krankheit leidet, kann der Arzt eben nicht aufschreiben: „War alt und musste ja irgendwann sterben.“

Wenn jemandem das klar ist, muss eigentlich auch klar sein, dass man nicht unterscheiden kann, ob der Tote tatsÀchlich an einer Krankheit oder mit einer Krankheit gestorben ist. Es ist ja noch nicht einmal klar, ob die Diagnose wirklich zutreffend war. Wenn auf der Basis Stichproben erhoben werden, ist die DatenzuverlÀssigkeit nun einmal schlecht.

Ein absoluter KnĂŒller in dieser Diskussion war aber, dass eine Umstellung auf einen gleitenden Durchschnitt tatsĂ€chlich als wissenschaftliche Innovation gefeiert wurde.

Corona zeigt in vielen LÀndern die SchwÀchen des Gesundheitssystems. In Deutschland zeigt es die SchwÀchen des Bildungssystems.

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